Indonesien
Juli 27, 2014

Jakarta - Vor­ur­teil trifft Realität


Von Indo­ne­si­ens Haupt­stadt hatte ich vor­her nichts Gutes gehört. Rie­sig, sti­ckig, grau, Kri­mi­na­li­tät, Arbeits­lo­sig­keit, Umwelt­ver­schmut­zung. Jakarta. Ein Moloch eben. Nicht ein­la­dend. Lange will man dort nicht bleiben.

Als der Zug aus Yogya­karta nach mehr als zehn Stun­den in die Vor­orte der Mil­lio­nen­stadt ein­fährt, kom­men mir genau diese Stich­worte wie­der in den Sinn. Ent­lang den Glei­sen rei­hen sich hun­derte Holz- und Well­blech­hüt­ten. Nur wenige Zen­ti­me­ter tren­nen Hüt­ten und Zug­wag­gons. Über­all liegt Müll. Im Schne­cken­tempo quält sich der Zug durch das Chaos. Die Sonne ist durch den grauen Him­mel kaum zu erkennen.

Über­ra­schung nach der Ankunft. Anders als ich es gewohnt bin, erwar­ten mich am Bahn­hofs­aus­gang nicht dut­zende Taxi­fah­rer, die mir unehr­li­che Ange­bote machen. An einer Straße zwei­hun­dert Meter wei­ter warte ich zwan­zig Minu­ten auf ein Taxi, das mich mitnimmt.

Und auch sonst sind die drei­ein­halb Tage, die in Jakarta ver­bringe, alles andere als ste­reo­ty­pisch. Schnell fin­det sich eine Gruppe aus Hol­land, Ame­rika und Aus­tra­lien im Hos­tel zusam­men, die gemein­sam in der Nacht die WM-Spiele guckt und auch am Tag die Stadt erkun­det. Als Glücks­fall erweist sich dabei Prie, ein Indo­ne­sier aus Ban­dung, der momen­tan auf der Suche nach einer neuen Woh­nung ist und wäh­rend der Zwi­schen­zeit in einem der Dorm-Betten schläft. Er zeigt uns Jakarta aus sei­nem Blick­win­kel, lässt uns in die rich­ti­gen Busse stei­gen und zeigt uns – nach­dem er den gan­zen Tag gefas­tet hat – am Abend die rich­ti­gen Straßenküchen.

Jakarta bleibt so zumin­dest erträg­lich. Nicht schön, aber weni­ger chao­tisch als gedacht.

Start­schuss zum Fas­ten­mo­nat: Ers­ter Tag Jakarta, ers­ter Tag Ramadan.

Nach Son­nen­un­ter­gang stür­zen sich die Men­schen auf alles Süße, Saure und Salzige.

Ramadan-Reis-Rolle.

Unter Beob­ach­tung.

Leben in der Nacht.

Beten am Tag ...

... in der größ­ten Moschee Südostasiens.

Klare Struk­tu­ren ...

... und hohe Pflichten.

Manch­mal ermüdend.

Moschee-Models.

Stand-Pause.

Kämp­fer gegen den Müll.

Shopping-Mall-Wahnsinn: Tra­di­tion trifft Moderne.

Bil­li­ger geht’s an der Straße.

Magen­fül­len­des Ergebnis ...

... unter hung­ri­gen Blicken.

Jakarta: Ein Zwischenstopp,...

... der sich loh­nen kann, ...

...den Abschied aber auch nicht allzu schmerz­haft macht.

INFOR­MA­TIO­NEN UND TIPPS

- Ich habe im Hunny Hos­tel in Jakarta über­nach­tet (ca. 7 Euro die Nacht). In der Nähe des Natio­nal­mu­se­ums gele­gen. Fahrt zum Flug­ha­fen mit dem Taxi von dort kos­tet rund 150 000 Rupiah. Bequeme Dorm­bet­ten. Schnel­les Inter­net. Ein­kaufs­zen­trum und Essens­stände ums Eck.

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