Moment mal !

Was sonst nir­gendwo steht.

Ein­drü­cke, Stim­mungs­bil­der und Kurio­si­tä­ten von unterwegs.

Kurz und knapp.

 

Frank­furt am Main - Deutsch­land - 18. Februar 2015

Zurück in Deutschland!

Pok­hara - Nepal - 18. Januar 2015
Stadtzentrum von Pokhara / Nepal
Pokhara in Nepal
Paragliding in Pokhara / NepalSechs holp­rige Stun­den von Kath­mandu ent­fernt wirkt Pok­hara auf den ers­ten Blick viel ein­la­den­der als die Haupt­stadt Nepals. Idyl­lisch am See und zwi­schen grü­nen Hän­gen gele­gen ist die Zahl der Motor­rä­der und Autos gerin­ger, die Ori­en­tie­rung fällt leich­ter und die Ver­käu­fer gehen weni­ger auf­dring­lich ihrer Arbeit nach. Dafür sind die Mas­sen an Para­gli­dern unzähl­bar. Nur noch wenige Bus­stun­den sind es von hier zu den vie­len Wan­der­we­gen in die Berge. Einen ers­ten Vor­ge­schmack auf den Hima­laya gibt es bei wol­ken­freiem Him­mel bereits vom Stadt­zen­trum aus.

Kath­mandu - Nepal - 15. Januar 2015
Kathmandu, GebetsfahnenKeine 24 Stun­den bin ich in Nepal und schon jetzt steht fest: Die­ses Land werde ich so schnell nicht ver­ges­sen. Das liegt zum einen an mei­ner unsäg­li­chen Dumm­heit und zum ande­ren an der nepa­le­si­schen Währung.

Aber eins nach dem ande­ren. Um neun Uhr ging ich los, um mir die Stadt anzu­gu­cken. Ein jun­ger Nepa­lese sprach mich an. Woher kommst du? Was machst du? Ah Deutsch­land, Fußball-Weltmeister, Klose, Götze, Mül­ler. Das Übli­che. Zum Früh­stück beglei­tete mich der Kerl dann auch noch und schnell war klar, dass er als inof­fi­zi­el­ler Guide arbei­tet. Das passt nicht schlecht, dachte ich mir und ihm passte es zeit­lich sowieso. Klar war auch, dass das Ganze nicht ohne Bezah­lung enden würde. Aber gut, die Sonne schien, sein emp­foh­le­nes Früh­stück war echt lecker und so ließ ich mich eben durch die chao­ti­schen Gas­sen von Kath­mandu füh­ren. Lernte, was die bun­ten Gebets­fah­nen bedeu­ten, dass der Glau­bende in 13 Stu­fen das Nir­vana errei­chen kann und Bud­dha selbst nach sechs Jah­ren Hun­gern fest­stellte, dass der Mensch ohne Essen nicht aus­kommt. Es ging auf den loka­len Markt und den Tem­pel über der Stadt - eine Erklä­rung nach der ande­ren parat. Noch viel mehr Infos gab er mir - über den abge­setz­ten König, die kor­rup­ten Poli­ti­ker, die vie­len Strom­aus­fälle im Land und das „Tust du Gutes, kommt es auf glei­che Weise wie­der zu dir zurück-Karma”.

Nach Stun­den ende­ten wir dort, wo alles begann. Zahl­tag. Das Ange­bot: 20 Dol­lar. Viel zu viel, extrem viel zu viel für Nepal. Doch Han­deln war nie meine Stärke. Und über­haupt: Hätte, wäre, wenn …Ich zücke also die Scheine. Rechne schnell die Dol­lar im Kopf auf ein­hei­mi­sche Rupien um. Gebe ihm zwan­zig Tau­sen­der. Wir ver­ab­schie­den uns.

Zwan­zig Sekun­den spä­ter fällt mir auf, dass ich ihm ja statt zwan­zig Dol­lar zwan­zig­tau­send Rupien gege­ben habe. Das sind umge­rech­net unge­fähr drei Euro zu viel. Denke ich mir. Egal, geschenkt. Wei­tere zehn Sekun­den spä­ter kom­men mir Zwei­fel, ob denn zwan­zig Dol­lar über­haupt zwan­zig­tau­send Rupien sind. Ver­wirrt hole ich mei­nen Handy aus der Hosen­ta­sche und tippe die Sum­men in den Wäh­rungs­rech­ner. Der Puls steigt etwas. Lang­sam begreife ich, was ich viel­leicht gerade gemacht habe. Ich rechne die Dol­lar in Euro um. Und schließ­lich die Euro in Rupien. Mir wird noch hei­ßer. Diese Scheine sehen doch auch alle irgend­wie gleich aus. Und ich habe mich um eine Null ver­tan. Zwan­zig mal. Im Dollar-Rupien-Euro-Chaos. Dumm­heit muss bestraft wer­den. Und Dumm­heit kann teuer sein.

Ich habe mei­nem Freizeit-Guide nicht 17 Euro gege­ben, nein, ich habe ihm 170 Euro in die Hand gedrückt.

Dafür kann man sich in Kath­mandu einen Monat lang eine rich­tig gute Bude leis­ten. Ich geh jetzt schla­fen. In einen klei­nen Zim­mer mit unbe­que­men Bet­ten. Dort schla­fen noch sie­ben andere Personen.

Ich bin der mit dem bes­ten Karma im Raum. Ganz sicher.

Bang­kok - Thai­land - 9. Januar 2015
Am Tag unbe­merkt ver­rie­gelt, öff­nen sie erst nach Ein­bruch der Dun­kel­heit. Die Bars und Eta­blis­se­ments in den Sei­ten­stra­ßen zwi­schen Lumphini-Park und dem Haupt­bahn­hof. Die Namen der Schup­pen in der Gasse neben mei­nem Hos­tel zeu­gen nicht gerade von viel Ein­falls­reich­tum. Bei­spiele gefäl­lig: Dream Boys, The Boys, Hot Male, Fresh Boys, Hair Gay. Nicht ange­spro­chen und fest­ge­hal­ten zu wer­den: Unmög­lich. Und irgend­wie erscheint auch die Sports­bar mit dem Namen The Balls auf ein­mal nicht mehr ganz ein­deu­tig. Auf jeden Fall: Humor nicht verlieren.

Die Par­al­lel­stra­ßen war­ten mit krea­ti­ve­ren Namens­ge­bun­gen auf. Statt Jungs im Unter­hemd sit­zen Mäd­chen mit fast nichts vor Läden, deren Haupt­aus­stat­tung Podeste mit Stan­gen sind. So etwa im Pur­ple Drugs, Pink Pan­thers, Top­less Pool Bar (was eine Lüge ist), French Kiss, Day Dream, Happy Girls 1 und 2 und - sehr ide­en­reich - Lovers4F. Um nur einige zu nen­nen. Die Geträn­ke­preise sind nicht ganz so amü­sant wie die Gesamt­sze­ne­rie, auch wenn die Ange­bote für Whirl-Pool-Aufenthalte mit weib­li­cher Bespa­ßung, Ganz­kör­per­mas­sa­gen und Ping-Pong-Shows von den unzähl­ba­ren Ver­mitt­lern mit Fly­ern und Pro­spek­ten als unschlag­bar bil­lig ange­prie­sen wer­den. Unbe­zahl­bar aber: Der gezielte Griff unter die Gür­tel­li­nie von der eng beklei­de­ten Dame auf drei Uhr weit nach Mit­ter­nacht. Jetzt aber dann doch ganz schnell ins Bett­chen und süß träumen.

Sukot­hai - Thai­land - 7. Januar 2015
Tief im Inne­ren wollte ich schon immer Restau­rant­kri­ti­ker oder Food-Blogger sein. Immer noch schlen­dere ich abends durch Sukot­hai, ohne am Tag viel gemacht zu haben. Hier gibt es gleich auf mit Chiang Mai das bil­ligste Essen, das ich bis­her gefun­den habe. Zum Bei­spiel ein grü­nes Curry mit Reis und Suppe für umge­rech­net 75 Cent. Neu­este Ent­de­ckung aber ist einer der vie­len klei­nen Stände an der Straße, die am spä­ten Nach­mit­tag auf­ge­baut wer­den. Dort gibt es Takoyaki. Als ich spä­ter google, was ich da eigent­lich geges­sen habe, stelle ich fest, dass diese mit unter­schied­li­chem Inhalt gefüll­ten Teig­ku­geln eigent­lich aus Japan kom­men und tra­di­tio­nell mit einem Stück Okto­pus­arm gefüllt sind. Schmeckt aber auch ohne Ten­ta­kel. Sie­ben Stück für 75 Cent.

Sukot­hai - Thai­land - 6. Januar 2015
Zim­mer und Loca­tion in Sukot­hai sind ganz ein­la­dend. Darum bleibe ich einen Tag län­ger. Der Wille zum Tem­pel­ab­klap­pern in der Brut­hitze Zen­tral­t­hai­lands ist aber nicht mehr allzu groß. Ich widme mich also den Din­gen, die ich bes­ser kann: Essen und Trin­ken. Und wer hätte es gedacht, dass ich mei­nen bis­her bes­ten Frucht-Smoothie in Thai­land genau hier finde. Für 45 Baht (ein Euro) im Pai Restau­rant, gleich neben der Haupt­straße gele­gen. Die Bedie­nung begrüßt mich schon von wei­tem mit einem Lächeln, als ich zum drit­ten Mal in zwei Tagen aufkreuze.

Sukot­hai - Thai­land - 5. Januar 2015

Da ich ungern allzu lange in Bus und Bahn sitze, lege ich auf dem Weg von Chiang Mai nach Bang­kok (700 Kilo­me­ter auf der Straße) einen Zwi­schen­stopp in Sukot­hai ein. Die Stadt war Zen­trum des ers­ten König­reichs der Thai im 13. und 14. Jahr­hun­dert. Über 200 Tem­pel­rui­nen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zäh­len, erin­nern heute noch an die gol­de­nen Zeiten.

Chiang Mai - Thai­land - 1. Januar 2015
Khao Soi: Das Gericht, das man bei einem Besuch in Nordthai­land geges­sen haben muss. Ursprüng­lich aus Myan­mar sind die Reis- oder Eier­nu­deln in einer Kokosnuss-Currysuppe mit Fleisch und Gemüse in der gan­zen Stadt auf der Spei­se­karte. Ein bis zwei Euro kos­tet die Portion.

Muang Ngoi Neau - Laos - 20. Dezem­ber 2014

Nur durch eine ein­stün­dige Boots­fahrt von Nong Khiaw aus zu errei­chen liegt Muang Ngoi Neau. Seit das Dorf im Lonely Pla­net steht, kann man nicht wirk­lich mehr von einem Geheim­tipp spre­chen. Dem­ent­spre­chend voll sind die Longtail-Boote, als es am spä­ten Mor­gen fluss­auf­wärts geht. Mitt­ler­weile ist im Dorf sogar das Inter­net ange­kom­men, die Natur aber ist die­selbe geblie­ben. Und über­zeugt am meisten.

Luang Prabang - Laos - 17. Dezem­ber 2014


Inner­halb von acht Stun­den geht es im Dauerkurven-Modus nach Luang Prabang. Erneut ein Ort, der traum­haf­ter nicht gele­gen sein könnte. Vom Mekong und einer Berg­land­schaft umge­ben ist die Stadt vor allem am spä­ten Abend vom Aus­sichts­punkt ein ech­ter Hin­gu­cker. Abend­es­sen vom Buf­fet für 1,50 Euro gibt es in einer engen Gasse auf dem täg­lich statt­fin­den­den Nachtmarkt.

Vang Vieng - Laos - 12. Dezem­ber 2014

Vang Vieng liegt traum­haft idyl­lisch gele­gen zwi­schen Karst­fel­sen, Höh­len und dem Nam Song. Der Fluss ist es auch, durch den das einst ver­schla­fene Dörf­chen vor Jah­ren trau­rige Berühmt­heit erlangte. Tau­sende fei­er­wü­tige Tou­ris­ten stürz­ten sich mona­te­lang mit Gum­mi­rei­fen ins Was­ser, sof­fen sich an den Ufer­bars bewusst­los und zeig­ten nicht den Fun­ken an Respekt gegen­über der ein­hei­mi­schen Bevöl­ke­rung. Dut­zende Urlau­ber lie­ßen sogar ihr Leben. Das ZDF filmte damals vor Ort. Nach­dem die Behör­den ein Ver­bot aus­spra­chen, gibt es das so genannte Tubing heute wie­der - in abge­speck­ter und etwas ver­nünf­ti­ge­rer Form.

Sin­ga­pur - 7. Dezem­ber 2014
Seit 1965 ist Sin­ga­pur unab­hän­gig - die Stadt und das Land wird also mit dem neuen Jahr 50. Gefei­ert wird obli­ga­to­risch groß, unter ande­rem mit sym­bol­träch­ti­ger Hilfe von tau­sen­den Bal­lons, die in der Marina Bay - der künst­lich ange­leg­ten Bucht und dem größ­ten Süß­was­ser­re­ser­voir der Stadt - ver­teilt wur­den. Von unten ergibt die Ansamm­lung noch wenig Sinn, von der 200 Meter höher gele­ge­nen Dach­ter­rasse des Marina Bay Sand Hotels aber umso mehr.

Neu­see­land - 24. Sep­tem­ber bis 4. Dezem­ber 2014
Alle wei­te­ren „Moment-Mals” aus Neu­see­land gibt es in den ent­spre­chen­den Videos und der Kate­go­rie „Mein Neuseeland”.

Wan­aka - Neu­see­land - 19. Okto­ber 2014

Die Angst fährt mit - ein wenig zumin­dest. So ehr­lich muss ich sein. Die Stre­cke zum Rob-Roy-Gletscher ist unge­teert. Kies­stra­ßen bin ich mitt­ler­weile gewohnt, aber die hier ist vol­ler Schlag­lö­cher und als ich glaube, dass das Schlimmste hin­ter mir liegt, lie­gen auch noch meh­rere Fluss- und Bach­que­run­gen vor mir. Mit dem eige­nen Auto kein Pro­blem, aber das gute Ding ist nur gelie­hen und ungern würde ich nach drei Wochen „Tschüss” sagen zu mei­nem lieb­ge­won­ne­nen Cam­per­van. Mein Wagen ruckelt gewal­tig, als ich durch das Was­ser tuckere. Aber alles geht gut. Die Beloh­nung gibt es dann in Form eines gigan­ti­schen Gletscherblicks.

Wan­aka - Neu­see­land - 17. Okto­ber 2014
Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal auf einem Moun­tain­bike saß. Seit mir Möchtegern-Halunken in der Main­zer Innen­stadt am hell­lich­ten Tag mein Rad gestoh­len hat­ten, bin ich zwei­rad­be­sitz­los. Tja, und manch­mal muss anschei­nend das andere Ende der Welt her­hal­ten, um zu mer­ken, was man rich­tig ver­misst. Vier Stun­den lang komme ich in den Genuss, durch über­höhte Kur­ven, über schmale Wald­wege und extra für Biker ange­legte Up- und Down­hill­stre­cken zu fah­ren. Großartigkeits-O-Meter: 10 von 10.

Queens­town - Neu­see­land - 15. Okto­ber 2014

Die Blö­del­meis­ter Joko und Klaas waren schon hier, regel­mä­ßig geben sich TV-Größen und Stars der Rugby-Nationalmannschaften die Ehre und heute, na da bin ich dran. Am Mor­gen reg­net es, ich pfeife auf meine geplante Berg­tour, gucke im Canyon-Swing-Laden vor­bei und tat­säch­lich kann ich schon zwei Stun­den spä­ter sprin­gen. Da scheint dann auch wie­der die Sonne und der Adre­na­lin­kick geht bei woh­lig war­men Tem­pe­ra­tu­ren über die Bühne. Über 70 Absprung­tech­ni­ken haben sich die Macher aus­ge­dacht. Ich springe drei­mal. Fast ver­ges­sene Bungee-Erinnerungen kom­men hoch. Es ist ein­fach unbe­schreib­lich, frei zu fal­len. Sucht­ge­fahr!

Queens­town - Neu­see­land - 11. Okto­ber 2014

The Remar­ka­bles - das klingt wie der neu­este Pro-7/Sat1-Film-Film, ist aber ein Ski­ge­biet in Reich­weite von Queens­town. Das ist die selbst­er­nannte Action- und Abenteuer-Stadt in Neu­see­land. Hier fährt man im Win­ter Ski und Snow­board und stürzt sich im Som­mer von Brü­cken, Ber­gen und aus Flug­zeu­gen. Die Ski­sai­son ist seit der ers­ten Okto­ber­wo­che vor­bei, die Schnee­ka­no­nen ste­hen aber immer noch neben den Pis­ten. Und ver­ein­zelt gibt es auch die Nim­mer­mü­den, die mit Schnee­schu­hen die Hänge hoch­kra­xeln und dann den Rest­schnee zur Abfahrt nutzen.

Zwi­schen Te Anau und Mil­ford Sound - Neu­see­land - 6. Okto­ber 2014

Die Wet­ter­vor­her­sage kün­digte schon an, dass es reg­nen sollte. Und so kommt es dann auch. Es schüt­tet einen kom­plet­ten Tag in Te Anau, dem Place-to-be, bevor es zum Mil­ford Sound geht. Die Straße dort­hin ist aber bei mei­ner Ankunft noch gesperrt und so ist Geduld gefragt. Keine Lawi­nen­ge­fahr mehr dann am nächs­ten Mor­gen. Auf dem Weg zum Fjord schneit es auf der Pass­höhe sogar kurz, wei­ter unten scheint aber die Sonne und so wird die 70 Dol­lar teure Fahrt durch den Fjord doch noch ein Erlebnis.

Vor Inver­car­gill - Neu­see­land - 4. Okto­ber 2014

Ein Fluss, die Haupt­sai­son und dut­zende Jäger mit nur einem Vor­ha­ben. Das Ziel: Die Whi­te­baits - kleine, nur dau­men­lange durch­sich­tige Fische, die um diese Zeit aus dem Meer fluss­auf­wärts wan­dern, um dort zu lai­chen. Die Jäger: Rus­ti­kale Neu­see­län­der, die den gan­zen Tag bier­trin­kend am Fluss­lauf ver­brin­gen und ihre Netze im Was­ser span­nen. Bis zu 65 Dol­lar (ca. 40 Euro) bringt das Kilo. Die isst man übri­gens, ohne sie aus­zu­neh­men, am bes­ten ver­rührt mit einem Ei als Ome­lett. „Abso­lu­tely deli­cious” soll das sein.

Curio Bay / Wai­kawa - Neu­see­land - 3. Okto­ber 2014

Die Curio Bay an der Ost­küste der Süd­in­sel hat es in sich. Die Roaring For­ties pfei­fen einem um die Ohren, die Sonne blin­zelt meist nur kurz und die Wel­len klat­schen mit einer unge­heu­ren Wucht an die Bucht. Und wer lässt sich dort ziel­si­cher direkt aus den meter­ho­hen Bre­chern an Land schie­ben? Einer der sel­tens­ten Pin­guine der Welt - der Gel­bau­gen­pin­guin. Mit der letz­ten klei­nen Welle auf den Fels gespült, hüp­fend die ers­ten Meter an Land über­win­dend, schaut er sich kurz um, mus­tert das halbe Dut­zend Zuschauer kurz und geht dann sei­nes Weges. Ein wah­res Natur­spek­ta­kel durch und durch.

Süd­in­sel von Neu­see­land - 1. Okto­ber 2014
Neu­see­land hat 4,5 Mil­lio­nen Ein­woh­ner. Neu­see­land hat aber auch fast 80 Mil­lio­nen Poss­ums. Ein­ge­schleppt aus Aus­tra­lien sind sie schon längst eine echte Plage. Mil­lio­nen gibt die Regie­rung aus, um sie zu jagen und ihre Popu­la­tion in den Griff zu bekom­men. Auto­fah­rer sind zudem ange­hal­ten, direkt auf sie zuzu­hal­ten und zu über­fah­ren. Und so sieht man regel­mä­ßig auf der Süd­in­sel ein unschön zuge­rich­te­tes Pos­sum auf dem Asphalt lie­gen. In Deutsch­land gab es übri­gens auch schon mal ein ganz berühm­tes pel­zi­ges Wesen der glei­chen Gat­tung in den Medien: Das war 2008 und es hieß Heidi - das schie­lende Opossum.

Hooker Val­ley / Mt. Cook Vil­lage - Neu­see­land - 29. Sep­tem­ber 2014

Der Aoraki oder auch Mt. Cook ist mit 3724 Metern der höchste Berg Neu­see­lands. Vom Hooker Val­ley Trek aus hat man gran­diose Bli­cke direkt auf die schnee­be­deck­ten Steil­wände des Ber­ges. Der Weg ist bes­tens aus­ge­baut - fast schon zu gut für mein Emp­fin­den - und führt über meh­rere Hän­ge­brü­cken bis zu den Aus­läu­fen des Glet­schers. Wäh­rend des zwei­stün­di­gen Auf­stiegs höre ich mehr­fach ein gewit­ter­ähn­li­ches Grol­len von den gegen­über­lie­gen­den Berg­hän­gen. Schließ­lich geht dann tat­säch­lich eine Lawine in mei­nem Sicht­feld ab. Kos­ten­los im Pan­ora­ma­blick inbegriffen.

Auf dem Weg zum Mt. Cook - Neu­see­land - 28. Sep­tem­ber 2014

Ich fahre auf einer leicht anstei­gen­den Straße, pas­siere einen wal­di­gen Abschnitt und nehme eine Kurve nach rechts. Und dann schlägt es ein. Aber so rich­tig. Ein Berg­pan­orama erscheint - aus dem Nichts. Dut­zende Gip­fel rei­hen sich samt Zucker­guss anein­an­der. Und dann diese Seen. Warum haben diese Seen hier eine solch gran­diose Farbe? So sieht Neu­see­land also auch aus. Auf die Bremse, links ran­fah­ren, Fotos machen, genie­ßen - großartig!

Aka­roa - Neu­see­land - 27. Sep­tem­ber 2014

In mei­nem Cam­per­van schläft es sich recht gut. Also nehme ich mir vor, so oft wie mög­lich den offi­zi­el­len Cam­ping­plät­zen fern­zu­blei­ben. Die kos­ten näm­lich min­des­tens zehn Euro die Nacht und kochen kann ich schließ­lich auch selbst mit mei­nem Gas­herd. Gut, das mit dem Duschen ist auf Anhieb nicht so ein­fach - fern ab von voll aus­ge­rüs­te­ten Plät­zen und bei 5 Grad nach Son­nen­un­ter­gang. Aber das ist eine andere Geschichte. Einen Aus­blick wie die­sen haben die ande­ren Cam­per am See zum Früh­stück aber sicher­lich nicht!

Christ­church - Neu­see­land - 25. Sep­tem­ber 2014

Es herrscht das totale Chaos. Wohin mit den Tel­lern und dem Besteck? Wo hin mit all den Sachen gene­rell? Die Aus­stat­tung in mei­nem gemie­te­ten Cam­pern ist sehr - wie sagt man so schön - „basic”. Der Kühl­schrank ent­puppt sich als sim­ple Kühl­box und die Qua­li­tät der Mes­ser lässt sehr zu wün­schen übrig. Und wenn ich etwas nicht abha­ben kann, dann sind das stumpfe Mes­ser. Alles, was auf den ers­ten Blick noch gebraucht wer­den könnte, wird im Warehouse gekauft. Hier gibt es so ziem­lich alles, von der Billig-Jeans über Wasch­mit­tel bis hin zum Cam­ping­stuhl. Apro­pos Cam­ping­stuhl. Der wird für fünf Euro gleich mit in den Ein­kaufs­wa­gen gepackt. Was soll den ein Cam­per­van auch ohne Campingstuhl?

Padang Bai - Bali - Indo­ne­sien - 19. Sep­tem­ber 2014

In Padang Bai auf Bali begann für mich die Zeit in Indo­ne­sien - am 1. Juni. Fast vier Monate spä­ter kehre ich zurück, laufe an der glei­chen Straße ent­lang, an der ich auf mein Schnell­boot nach Lom­bok gewar­tet hatte. Alles kommt mir plötz­lich wie­der bekannt vor. Vier Nächte bleibe ich noch hier, erkunde mit dem Rol­ler die Umge­bung mit vie­len Tem­peln und Reis­fel­dern. Zusam­men mit Judith aus Köln, mit der ich die ver­gan­ge­nen drei Wochen durch Flo­res gereist bin. Und dann müs­sen auch noch die letz­ten orga­ni­sa­to­ri­schen Dinge geklärt wer­den, bevor es nächste Woche Rich­tung Flug­ha­fen geht. Denn einer neuer Kon­ti­nent wartet.

Komodo und Rinca - Indo­ne­sien - 17. Sep­tem­ber 2014
Rund 5000 Komo­do­wa­rane soll es auf den Inseln Rinca und Komodo noch geben. Und nur dort gibt es sie. Die größte gegen­wär­tig lebende Echse wird bis zu drei Meter lang und hat auch Zie­gen und Wild­schweine auf dem Spei­se­plan. Tou­ris­ten­freund­lich plat­zie­ren sich einige Exem­plare gerne unter den Holz­hüt­ten in der Nähe der Küchen. Denn selbst aus zehn Kilo­me­ter Ent­fer­nung kön­nen die Warane Blut riechen.

Irgendwo zwi­schen Flo­res und Lom­bok - Indo­ne­sien - 16. Sep­tem­ber 2014


Him­mel­hoch­jauch­zend oder Nahtod­er­fah­rung: Die Backpacker-Berichte über die mehr­tä­gige Boots­fahrt zwi­schen Lom­bok und Flo­res konn­ten vorab nicht unter­schied­li­cher sein. Mein Drei-Nächte-Trip reiht sich irgendwo dazwi­schen ein. Das Boot ist - im Gegen­satz zu vie­len ande­ren - kom­for­ta­bel groß, das Essen in Ord­nung und die Aus­flüge auf die Inseln abwechs­lungs­reich. Ins­ge­samt sind nur 16 Mit­strei­ter mit an Bord. Die ganz gro­ßen Gefühls­aus­brü­che und Vibes kom­men schließ­lich nicht zustande - die Gruppe will nicht ganz zusam­men fin­den - dafür bleibt aber viel Zeit, um zu Lesen, Musik zu hören und immer wie­der mal ins Was­ser zu hüpfen.

Labuan Bajo - Flo­res - Indo­ne­sien - 14. Sep­tem­ber 2014

Quelle: Wikipedia
Drei Tage Power-Tauchen sind vor­bei. Das heißt drei volle Tage von mor­gens bis abends auf dem Boot, neun Tauch­gänge und aber­tau­sende Fische. Gleich beim ers­ten Tauch­gang sah ich sie­ben Man­tas, einige davon waren nur wenige Meter von uns ent­fernt und lie­ßen sich sanft in der Strö­mung trei­ben. Wahr­lich ein sel­te­nes Spektakel …

… und wahr­lich ein groß­ar­ti­ger Ort, um unter Was­ser zu sein. Nicht jeder Tauch­gang im Komodo Natio­nal Park lässt einen kom­plett ungläu­big und außer sich vor Freude wie­der auf­tau­chen (wie einem oft weis gemacht wird). Doch der über­wie­gende Teil ist in der Tat sehens­wert, man­che Momente spek­ta­ku­lär. Die Bedin­gun­gen sind zudem außer­ge­wöhn­lich, die gewal­tige Strö­mung ist oft schon von der Ober­flä­che aus zu sehen, schüch­tert kurz ein, stellt einen aber nicht vor große Pro­bleme, wenn man den Anwei­sun­gen sei­nes Tauch­gui­des folgt. Eine Kamera hatte ich nicht dabei. Unterwasser-Bilder gibt’s also lei­der nicht. Aber wie heißt es so schön: Take the pic­tures in your mind! Ich hab viele abgespeichert.

Labuan Bajo - Flo­res - Indo­ne­sien - 11. Sep­tem­ber 2014
Quelle: WikipediaTau­chen im Komodo Natio­nal Park. Nach ein­ein­halb Stun­den Fahrt am Mor­gen geht es gleich beim ers­ten Tauch­gang auf die Suche nach Man­tas. Mit Erfolg. Nach weni­gen Minu­ten sehen wir einen der rie­si­gen Rochen, plat­zie­ren uns hin­ter ihm, hal­ten uns an eini­gen Stei­nen im san­di­gen Grund fest und beob­ach­ten. Minu­ten­lang schwebt der Manta mit einer geschätz­ten Spann­weite von vier Metern in der Strö­mung, reißt sein Maul immer wie­der auf, um Plank­ton zu fres­sen und ver­schwin­det schließ­lich wie­der im Blau.

Retung - Flo­res - Indo­ne­sien - 9. Sep­tem­ber 2014
Warum ste­hen diese Ein­hei­mi­schen eigent­lich neben ihren Rol­lern am Stra­ßen­rand? Über gut und gerne zwei Kilo­me­ter ver­streut sehen wir dut­zende Indo­ne­sier ent­lang eines ser­pen­ti­nen­rei­chen Auf­stiegs. Alle war­ten sie abseits des Asphalts. Auf was? Kei­ner ist gewillt, auch nur einen Meter wei­ter zu fah­ren. Des Rät­sels Lösung sehen wir oben am Berg. Die Poli­zei führt eine Kon­trolle durch und prüft die Füh­rer­scheine der vor­bei­kom­men­den Rol­ler­fah­rer. Den scheint der über­wie­gende Teil der War­ten­den wei­ter unten nicht zu haben.

Bajawa - Flo­res - Indo­ne­sien - 7. Sep­tem­ber 2014

Fruchtig-süßes Still­le­ben vor der Kulisse des 2245 Meter hohen Vul­kan Ine­rie. Es muss ein guter Tag gewe­sen sein, als die Pas­si­on­fruit die Mensch­heit erreichte. Saf­tig, süß, für wenig Geld zu haben. Immer für einen Snack gut, wenn man mit dem Rol­ler unter­wegs ist. Oder nichts tut. Und dann ist noch die­ses unde­fi­nier­bare geschich­tete Etwas, das frech bunt gefärbt ein­fach nur gut schmeckt. Zu gut, um zu hin­ter­fra­gen, um was es sich da genau handelt.

Riung - Flo­res - Indo­ne­sien - 5. Sep­tem­ber 2014


Boots­tour zu den Inseln vor Riung. Wir fah­ren ein­same Strände an, von denen wir eine klare Sicht auf das Fest­land mit den Berg­ket­ten von Flo­res haben. Zum Mit­tag­es­sen gibt es kilo­weise Red Snap­per mit Gemüse und Reis. Frisch gegrillt und zu viel, um alles auf­zu­es­sen. Zum ers­ten Mal sehe ich zudem Flug­hunde, auch fly­ing foxes genannt, die zu Hun­der­ten auf einer dicht bewach­se­nen Insel leben und Bat­man alle Ehre machen.

Riung - Flo­res - Indo­ne­sien - 4. Sep­tem­ber 2014
Von den Ber­gen zurück am Strand. Keine 15 Grad mehr in der Nacht, nicht mehr Frie­ren nach Ein­bruch der Dun­kel­heit. Ein Tag am Strand vor der Kulisse der unzäh­li­gen vor­ge­la­ger­ten Inseln in Riung. Eine neu­ar­tige Spe­zies lässt sich dort immer wie­der an der Küste bli­cken und bestaunt die unge­wohn­ten Gäste im Sand. Schnell ist ein neuer Name gefun­den - frei vom Eng­li­schen ins Deut­sche über­setzt: Die vier­bei­nige Seekuh.

Ende - Flo­res - Indo­ne­sien - 2. Sep­tem­ber 2014
Vom ber­gi­gen Moni geht es in die Hafen­stadt Ende. Wie funk­tio­niert das eigent­lich ? Man stelle sich an die Haupt­straße im Dorf. Warte auf die bun­ten, über­la­de­nen Mini­busse, die mal frü­her, mal spä­ter ums Eck kom­men. Bestä­tige das Gebrüll des Fah­rers (wenn er denn mal irgend­wann wirk­lich mit sei­nem Gefährt ums Eck kommt) mit der wie­der­hol­ten Nen­nung des gewünsch­ten Ziel­or­tes. Ver­handle dar­auf­hin den Preis. Springe sogleich in (eng und heiß) oder auf den Bus (cool und heiß) und genieße die zwei­stün­dige Fahrt durch die Berge von Flores.

Moni - Flo­res - Indo­ne­sien - 1. Sep­tem­ber 2014

Keine Stunde dau­ert es vom klei­nen Dorf Moni mit Motor­bike und zu Fuß, bis der Mount Keli­mutu erreicht ist. Die drei vul­ka­ni­schen Kra­ter­seen sind die Haupt­at­trak­tion in der Region, wech­seln sie doch alle paar Jahre ihre Farbe auf­grund der gelös­ten Mine­ra­lien im Was­ser. Ist der Son­nen­auf­gang auch schon sehens­wert, zeigt sich die wahre Schön­heit der Umge­bung aber erst zwei bis drei Stun­den spä­ter, wenn die Sonne immer höher steigt und vor allem der tür­kis­far­bene See zu leuch­ten beginnt.

Moni - Flo­res - Indo­ne­sien - 30. August 2014

Trans­port à la Indo­ne­sien: Ange­bun­den und kopf­über hän­gend von A nach B. Hüh­ner, die einem leid­tun kön­nen. Leid­voll gackernd und keu­chend fah­ren sie ihrem Schick­sal ent­ge­gen. Aber so ist es eben in Indo­ne­sien: Was nicht sit­zend, ste­hend oder lie­gend Platz hat, wird eben irgendwo noch angebunden.

Von Makas­sar nach Maumere - Indo­ne­sien - 27. August 2014

Das Ticket für die Fähre nach Flo­res buchte in einem klei­nen Büro in der Stadt. Ich sah ein Bild mit kom­for­ta­blen Bet­ten, bezo­gen mit wei­ßen Laken und hübsch dra­piert mit wei­ßen Kis­sen, über der Ticket­aus­gabe. Ich fragte, ob es auch so etwas ähn­li­ches für die 18-Stunden-Überfahrt gebe. Sie sag­ten mir: Ja, genau so sieht das auf der Fähre aus. Ich glaubte ihnen nicht. Zuviel hatte ich bereits über Fäh­ren in Indo­ne­sien gehört. Den­noch buchte ich das Ticket für 15 Euro. Dar­auf ver­merkt: Eine Num­mer für die Kabine und das Bett.

Ich glaubte ihnen zurecht nicht. Es gab keine Num­mer, nicht für die Kabine, nicht für das Bett. Schmale, sti­ckige Räume mit hun­der­ten Prit­schen gab es. Men­schen, die in den Auf­gän­gen und Aus­gän­gen lagen. Zusam­men mit drei Lei­dens­ge­nos­sen such­ten wir schließ­lich den Weg ins Freie. Rich­tung Deck. Das es so nicht gab. Abge­sperrt mit Eisen­git­tern. Dafür gab es aber einen ein­ein­halb Meter brei­ten Durch­gang mit Holz­plan­ken. Unser Platz für die nächs­ten 20 Stun­den. Von Makas­sar nach Maumere.

Bis­her hatte ich von sol­chen Fahr­ten nur gele­sen. In Blogs und Rei­se­fo­ren. Jetzt war ich mit­ten­drin. Es war nicht schlimm, eher quä­lend lang, nachts win­dig kalt, tags­über son­nig heiß, auf jeden Fall aber anders und ereig­nis­reich. Ein Erleb­nis, das ich so schnell nicht ver­ges­sen werde. Und genau so soll es doch sein.

Bira - Süd­su­la­wesi - Indo­ne­sien - 24. August 2014

Groß­ar­tige Tauch­plätze, schnee­wei­ßer und ein­sa­mer Strand, erfri­schende Tem­pe­ra­tu­ren. Das ist Bira. Ganz im Süden Sula­we­sis. Gut und gerne 30 - 40 Haie sehe ich wäh­rend mei­ner sechs Tauch­gänge. Dazu Schild­krö­ten, eine schwarz-weiße See­schlange, Rochen, rie­sige Thun­fi­sche und Ton­nen an Fisch­schwär­men. Zu wenig Platz, um alles auf­zu­zäh­len… Wer über Was­ser weilt, wird auch nicht ent­täuscht. Die Tou­ris­ten sind an einer Hand abge­zählt. Nur am Wochen­ende wird es voll - dann kom­men die Kurz­ur­lau­ber aus dem fünf Stun­den ent­fern­ten Makassar.

Makas­sar - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 21. August 2014

Pete-pete, das öffent­li­che Trans­port­sys­tem der 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt. Kleine, her­un­ter­ge­kom­mene und hell­blaue Mini­busse, die mit offe­ner Türe und wild hupend kreuz und quer durch das Stadt­ge­biet fah­ren. Ein Sys­tem ist für das euro­päi­sche Auge auf den ers­ten Blick nicht zu erken­nen, doch irgend­wann lan­det man dann doch auf einer der zwei Sitz­bänke hin­ter dem Fah­rer. Dort ist es dann meis­tens eng, heiß und laut. Aber auch bil­lig: Für 15 Kilo­me­ter etwa zahlt man ganze 50 Cent. Ein Taxi kos­tet für die glei­che Stre­cke etwa fünf Euro.

Auf dem Weg nach Makas­sar - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 20. August 2014
Es gibt noch Wun­der: Kom­for­ta­bler Trans­port in Indo­ne­sien. Der Nacht­bus von Bin­tang Prima (ein Bus­un­ter­neh­men, das wie das ein­hei­mi­sche Bier heißt) zwi­schen Ran­te­pao und Makas­sar hat alles, was der 26-Stunden-Bus eine Woche zuvor nicht hatte. Es gibt eine regu­lier­bare Kli­ma­an­lage, keine Musik, keine Reis­sä­cke in den Gän­gen und Bein­frei­heit. Und pünkt­lich ist der Bus auch noch. Schade eigent­lich, eine Stunde mehr Schlaf wäre ohne Pro­bleme drin gewesen.

Ran­te­pao - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 19. August 2014


Das Volk der Tor­aja pflegt einen kom­ple­xen Toten­kult, zu dem neben mehr­tä­gi­gen Begräb­nis­ze­re­mo­nien auch Grab­kam­mern in Fel­sen und Höh­len gehö­ren. Vor den Fel­sen­grä­bern wachen soge­nannte „Tau Taus” - die Abbil­der der Ver­stor­be­nen. Die hän­gen­den Grä­ber sind mit Holz­ge­rüs­ten teil­weise meter­hoch im Stein befestigt.

Ran­te­pao - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 16. August 2014

Reis­fel­der, wohin das Auge blickt. Das Hoch­land der Tana Tor­aja rund um Ran­te­pao ist gebir­gig und steil. Immer wie­der öff­nen sich neue Bli­cke auf far­ben­präch­tige Reis­ter­ras­sen, Bau­ern ste­hen knie­tief in den Fel­dern und ern­ten das Haupt­nah­rungs­mit­tel der Indo­ne­sier. In Bün­deln zusam­men­ge­presst wer­den dann die Kör­ner aus den Ähren geschlagen.

Irgendwo in Zen­tral­su­la­wesi - Indo­ne­sien - 14. August 2014

Der Mensch trifft nicht immer rich­tige Ent­schei­dun­gen - und manch­mal kommt dann auch noch der fal­sche Bus dazu. Die Fahrt von den Togean Islands ins 500 Kilo­me­ter ent­fernte Hoch­land von Sula­wesi ent­wi­ckelt sich zum Geduld­spiel. Der Bus: Im Barcelona-Design, aber ohne Kom­fort. Rau­chen erlaubt. Ange­kün­digte Fahrt­zeit: 15-17 Stun­den. Die Rea­li­tät: 26 Stun­den. Auch weil der Fah­rer schläft, wann er will. Der rechte Vor­der­rei­fen gibt schließ­lich auch noch den Geist auf. Immer­hin: Fast die gesamte Fahrt über habe ich einen Dop­pel­sitz für mich alleine, Bein­frei­heit inklu­sive. Glück im Unglück.

Kadi­diri / Togean Islands - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 12. August 2014


Die Fähre zum Fest­land ist kaputt und beschert mir einen unge­plan­ten wei­te­ren Tag unter Was­ser. Es wird der bis­her beste der Woche. Sind wir mor­gens um acht Uhr bereits nur zu dritt mit dem Dive Mas­ter unter Was­ser, gibt es am Nach­mit­tag sogar eine Ein­zel­stunde. Mehr Zeit und mehr Platz, um sich alles genauer anzu­se­hen. Da wären zum Bei­spiel Thun­fi­sche, Feu­er­fi­sche, Murä­nen, rie­sige Koral­len­gär­ten und - ja, so etwas gibt es - eine elek­tri­sche Muschel, die Strom­stöße produziert.

Kadi­diri / Togean Islands - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 11. August 2014
Der Him­mel brennt. Ein Son­nen­un­ter­gang, der nicht selbst­ver­ständ­lich ist. Abends reg­net es trotz Tro­cken­zeit regel­mä­ßig. Auch wäh­rend des Tages set­zen immer wie­der kurze Schauer ein - die die Tauch­gänge schon auf dem Boot begin­nen lassen.

Kadi­diri / Togean Islands - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 9. August 2014
Da ist es auch schon pas­siert. Drei Tage, fünf Tauch­gänge, ein Theorie-Test und 330 Euro ärmer: Der Open-Water-Diver-Schein ist mein. Bis zu 18 Meter tief darf ich nun sin­ken. Ich schreibe mich für zwei wei­tere Tauch­gänge am nächs­ten Tag ein. Meeresspiegel-Höhe ist momen­tan ein­fach nicht mein Ding.

Kadi­diri / Togean Islands - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 8. August 2014
Tauchkurs-Tag zwei ist been­det. Am Nach­mit­tag ist der kom­plette Kurs im Meer gestor­ben. Theo­re­tisch. Wie man sich nach dem Auf­tau­chen an der Was­ser­ober­flä­che ver­hält, wis­sen nun aber auch die Aller­letz­ten. Eine Stunde unter Was­ser fühlt sich immer noch selt­sam an. Unge­wohnt eben. Die ganze Sache macht aber schon Spaß. Und die Unter­was­ser­welt, mit der ich mich vor­her noch nie wirk­lich beschäf­tigt habe, ver­spricht nach den ers­ten zwei Tauch­gän­gen noch eini­ges an Über­ra­schun­gen bereit zu halten.

Kadi­diri / Togean Islands - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 6. August 2014
Nur drei Bun­ga­lo­wan­la­gen gibt es auf Kadi­diri. Für mehr ist auf einer der weni­gen bewohn­ten Inseln der Toge­ans auch nicht Platz. Ich komme in der gol­de­nen Mitte unter - dem Black Mar­lin Dive Resort -, tüte zwei Stun­den nach mei­ner Ankunft den Open-Water-Diver-Kurs ein und sitze bereits am Abend mit fünf Mit­strei­tern vor dem Fern­se­her, um mir Wich­ti­ges und Unnüt­zes übers Tau­chen anzuhören.

Goron­talo nach Kadi­diri / Toge­ans - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 5. August 2014
Die Togean Islands - ein Para­dies für Lieb­ha­ber der Unter­was­ser­welt und noch nicht gren­zen­los von Besu­chern über­lau­fen, da nur rela­tiv auf­wen­dig zu errei­chen. Zwei mal pro Woche star­tet von Nord­su­la­wesi aus eine Fähre die zehn- bis fünf­zehn­stün­dige Fahrt. Pünkt­lich ist das rela­tiv rost­freie Schiff eigent­lich nie, so auch an die­sem Tag nicht. Der Hafen­meis­ter wird ver­geb­lich gesucht und so star­tet die Fahrt nach sei­nem OK erst nach Ein­bruch der Dunkelheit.

Berich­te­ten auf den Buna­ken einige Rei­sende von einer kata­stro­pha­len, weil schlaf­lo­sen und unru­hi­gen Nacht auf­grund des hohen See­gangs, gibt es heute nun wirk­lich kei­nen Grund zum Meckern. Das Meer ist ver­hält­nis­mä­ßig ruhig, der Schlaf­platz bequem und nach 13 Stun­den ist der Spuk vor­bei. Um 8.30 Uhr legt die über­füllte Fähre auf den Togean Islands an.

Batu­pu­tih - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 3. August 2014

Der ein­tä­gige Abste­cher in den Tangkoko-Nationalpark lohnt sich. Unser Guide wirkt am frü­hen Mor­gen noch kurz ange­bun­den und schlecht gelaunt. Je tie­fer es in den Dschun­gel geht, desto mehr scheint er aber in sei­nem Métier. Er stoppt immer wie­der plötz­lich, blickt in Bäume und Büsche und zeigt uns so Tiere, die wir auf den ers­ten Blick nie wahr­ge­nom­men hät­ten. Die Aus­beute hat es in sich: Tar­si­use (Kobold­ma­kis), Horn­bills (Nas­horn­vö­gel), der sel­tene Kus­kus, dut­zende Maka­ken und sogar eine grüné Viper.

Buna­ken - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 31. Juli 2014

Ele­gant und super­schön anzu­se­hen: Mee­res­schild­krö­ten. Über­all an der kilo­me­ter­lan­gen Steil­wand sieht man sie. Oft lösen sie sich direkt neben oder unter einem vom Riff und glei­ten schwe­re­los durch das Was­ser. In regel­mä­ßi­gen Abstän­den müs­sen sie an die Ober­flä­che, um Luft zu holen.

Buna­ken - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 30. Juli 2014
Das Thema Tauch­kurs hat sich nach dem ers­ten Tag auch schon wie­der erle­digt. Zumin­dest hier auf den Buna­ken. Die Tauch­schule ist aus­ge­bucht und der Tauch­leh­rer hat keine Zeit, sich um Anfän­ger zu küm­mern. Dann also Schnor­cheln. Für zwei Euro kann man auf den Tauch­boo­ten mit­fah­ren. Nur 200 Meter von der Küste ent­fernt fällt eine Steil­wand in einer ers­ten Stufe 70 Meter in die Tiefe. Von einem Meter auf den ande­ren schwebt man plötz­lich über dem tief­blauen Abgrund. Wirk­lich spek­ta­ku­lär und am Anfang doch beunruhigend.

Buna­ken - Sula­wesi - Indo­ne­sien - 29. Juli 2014

Kuala Lum­pur - Jakarta - Manado. So viel geflo­gen bin ich in drei Tagen noch nie. Alles für ein neues Visum. Alles für einen drit­ten Monat in Indo­ne­sien. In Sula­wesi. Der Start auf den Buna­ken: Eines der ver­meint­lich bes­ten Tauch­ge­biete welt­weit. Auf der halb­stün­di­gen Über­fahrt vom Fest­land zur Insel herrscht plötz­lich helle Auf­re­gung. Kame­ras wer­den gezückt. Nur wenige Meter ent­fernt fol­gen uns minu­ten­lang meh­rere Delphine.

Banda Aceh - Suma­tra - Indo­ne­sien - 26. Juli 2014
Nach einer Woche auf Pulau Weh geht es vor dem Abflug nach Kuala Lum­pur noch ein paar Stun­den durch Banda Aceh. Jene Stadt, in der am Mor­gen des 26. Dezem­ber 2004 durch ein Erd­be­ben und die fol­gende Flut­welle 25 000 Ein­woh­ner star­ben. In der gesam­ten Region Aceh riss der Tsu­nami 170 000 Men­schen in den Tod. Das Kraft­werk­schiff „Apung 1″, das im Hafen lag, wurde Kilo­me­ter ins Lan­des­in­nere gespült. Nach der Kata­stro­phe diente es als Elek­tri­zi­täts­quelle für die Stadt. Heute liegt es als Mahn­mal im „Tsu­nami Edu­ca­tio­nal Park”.

Pulau Weh - Suma­tra - Indo­ne­sien - 25. Juli 2014
Tag 57 in Indo­ne­sien. Ange­kom­men am nörd­lichs­ten Punkt des Lan­des. Kilo­me­ter 0. Ein Wild­schwein kreuzt den Weg. Zwei kleine Jungs lachen ver­le­gen, als ich gemein­sam mit zwei ande­ren Back­pa­ckern Erin­ne­rungs­fo­tos am Denk­mal mache. Der Wind pfeift. Viel­mehr ist hier auch nicht.

Pulau Weh - Suma­tra - Indo­ne­sien - 22. Juli 2014
Was macht man so auf einer Insel im Indi­schen Ozean? Tau­chen, Schnor­cheln, in der Hän­ge­matte lie­gen. Den Tausch­schein habe ich noch nicht, darum beschränke ich mich auf die zwei ande­ren Dinge. Nach dem Tsu­nami vor zehn Jah­ren haben sich die Koral­len­bänke noch nicht wie­der erholt, den­noch gibt es nicht weit vom Ufer ent­fernt eini­ges zu sehen: Trompeten-, Trigger- und Clown­fi­sche kriegt man ebenso vor die Brille wie Bar­ra­cu­das, See­sterne oder See­igel. Und selbst eine Mee­res­schild­kröte zeigt sich für wenige Sekunden.

Pulau Weh - Suma­tra - Indo­ne­sien - 19. Juli 2014
Nach fünf­zehn Stun­den im Nacht­bus von Bukit Lawang nach Banda Aceh (mit alt­be­kann­ter 16-Grad-Klimaanlage und durch­ge­hen­der Musik­be­schal­lung bis sechs Uhr mor­gens) fährt die Fähre nach Pulau Weh zwan­zig Minu­ten frü­her ab als ver­spro­chen. Ohne mich. Das muss man erst­mal nach­ma­chen, war ich doch bereits zwei Stun­den vor­her in der War­te­halle ange­kom­men. Die Freude dar­über ist ent­spre­chend, legt das nächste Schiff doch schon fünf Stun­den spä­ter ab. Nach einem kur­zen Abste­cher ins Tsunami-Museum in Banda Aceh geht es dann am Nach­mit­tag doch noch auf hohe See. Nach ins­ge­samt 28-stündiger Reise komme ich auf Pulau Weh an.

Bukit Lawang - Suma­tra - Indo­ne­sien - 17. Juli 2014

Der Ein-Tages-Trek in den Dschun­gel ver­läuft etwas ernüch­ternd. An den ver­meint­li­chen Orang-Utan-Aussichtspunkten stauen sich immer wie­der die Tou­ris­ten­grup­pen - in der Hoff­nung einen Blick auf die eigent­lich scheuen Men­schen­af­fen zu ergat­tern. Die Gui­des klop­fen mit Holz­schei­ten an Bäume und schüt­teln an den Lia­nen, die bis in die Baum­kro­nen rei­chen. Eine frag­li­che Methode, um die Orang-Utans auf­zu­we­cken und nach unten zu locken. Nur einige Momente lang las­sen sich ein paar halb­wilde Exem­plare bli­cken. Wer mehr Affen als Men­schen sehen will, sollte min­des­tens eine Drei-Tages-Tour machen.

Bukit Lawang - Suma­tra - Indo­ne­sien - 16. Juli 2014
Die kleine Tou­ris­ten­stadt Bukit Lawang im Dschun­gel Suma­tras ist vor allem für seine halb­wil­den und wil­den Orang-Utans bekannt. Doch bevor es zum Trek­king geht, steht erst­mal eine Erfri­schung im Fluss an. Das Gesche­hen rund um die natür­li­che Bade­bucht unter­schei­det sich dabei nicht groß von dem in deut­schen Frei­bä­dern und Seen. Wer die beste Sprünge zeigt, zieht die meiste Auf­merk­sam­keit auf sich. Und beein­dru­cken wol­len sie alle.

Tuk-Tuk - Toba­see - Suma­tra - Indo­ne­sien - 9. Juli 2014
Deutsch­land gewinnt - Orts­zeit Tuk-Tuk fünf Uhr nachts - 7:1 gegen Bra­si­lien und 190 Mil­lio­nen wahl­be­rech­tigte Indo­ne­sier ent­schei­den über einen neuen Prä­si­den­ten. Vom Wahl­tag ist hier auf der Insel in Nord­su­ma­tra am Nach­mit­tag aber nichts zu spü­ren. Viel­leicht liegt das aber auch daran, dass ich den hal­ben Tag ver­schla­fen und die frü­hen Wäh­ler ver­passt habe - war ich doch erst um sechs Uhr mor­gens und damit pünkt­lich zum ers­ten Gekrei­sche des Chef­hahns ins Bett gegangen.

Tuk-Tuk - Toba­see - Suma­tra - Indo­ne­sien - 6. Juli 2014
100 Kilo­me­ter lang und 30 Kilo­me­ter breit. Die Aus­maße des Toba­sees sind gigan­tisch. Es ist der größte Kra­ter­see der Welt - vor 74 000 Jah­ren durch einen Vul­kan­aus­bruch ent­stan­den, der einen plötz­li­chen welt­wei­ten Win­ter her­vor­rief. Die Rol­ler­fahrt hin­auf in Rich­tung Inse­lin­ne­res ist mehr Off-Road als On-Road, gibt den Blick dann aber erst rich­tig frei auf die gras­be­deck­ten, steil abfal­len­den Fels­for­ma­tio­nen, das tief­blaues Was­ser und den wol­ken­ver­han­ge­nen Horizont.

Tuk-Tuk - Toba­see - Suma­tra - Indo­ne­sien - 4. Juli 2014
Mit dem Flug­zeug geht es von Jakarta (Java) inner­halb von zwei Stun­den in den Nor­den Suma­tras nach Medan. Von dort geht es am nächs­ten Tag wei­ter zur Halb­in­sel Tuk-Tuk, die male­risch schön in einem rie­si­gen Kra­ter­see liegt. Die Urein­woh­ner von Suma­tra, die „Batak” leben noch immer hier und sind unter ande­rem für die Archi­tek­tur ihrer Häu­ser bekannt. Die tra­di­tio­nel­len Unter­künfte, die es mitt­ler­weile auch über­all für Tou­ris­ten gibt, fal­len vor allem durch ihre weit nach außen geschwun­ge­nen Dächer auf.

Jakarta - Java - Indo­ne­sien - 30. Juni 2014

Seit Sams­tag ist Rama­dan. Einen Monat lang. Solange die Sonne am Him­mel steht, dür­fen Mus­lime nicht trin­ken und essen. Erst mit dem Son­nen­un­ter­gang wird das täg­li­che Fas­ten been­det. Um sechs Uhr abends bricht daher auf dem Markt das Chaos aus. Eine halbe Stunde spä­ter sind die Stände nahezu men­schen­leer - der erste Hun­ger ist gegessen.

Jakarta - Java - Indo­ne­sien - 29. Juni 2014
Die Stra­ßen­händ­ler in der 10-Millionen-Stadt nut­zen jede sich bie­tende Chance, um an etwas Geld zu kom­men. Die minu­ten­lan­gen Rot­pha­sen an den Kreu­zun­gen sind die beste Gele­gen­heit dafür. Ste­hen die Autos erst­mal, wer­den Zei­tun­gen, Snacks und auch aller­lei unnütze Dinge ange­bo­ten. Die Erfolgs­aus­sich­ten erschei­nen mir gering. Oder gibt es wirk­lich Men­schen, die abends nach Hause kom­men und freu­dig ver­kün­den: „Schatz, ich hab mir heute ein Flug­zeug gekauft!”

Yogya­karta - Java - Indo­ne­sien - 23. Juni 2014
An einer der größ­ten bud­dhis­ti­schen Tem­pel­an­la­gen Süd­ost­asi­ens, dem Welt­kul­tur­erbe Boro­bu­dur, setzt sich das fort, was meine nicht allzu posi­tive Mei­nung über Bali und Java mani­fes­tiert. Jeder Nicht-Einheimische wird am „Ein­gang für Inter­na­tio­nale” mit 13 Euro zur Kasse gebe­ten. Zwei Euro hatte bereits zuvor der Tram­pel­pfad gekos­tet, der zum Son­nen­auf­gangs­punkt führte. Der pyra­mi­den­för­mige Tem­pel begeis­tert nicht wirk­lich - gut, das ist meine sub­jek­tive Mei­nung. Den Son­nen­auf­gang gab es an die­sem Mor­gen nicht - ok, das ist Pech. Viele andere Erleb­nisse aber sind Abzo­cke oder der Ver­such dazu - und irgend­wann ist es eben auch mal genug. Vor allem wenn Ser­vice und Freund­lich­keit nicht zum Preis passen.

Kawah Ijen - Java - Indo­ne­sien - 20. Juni 2014

Von Ubud auf Bali geht es nach einer Nacht auf und über der Toi­lette mit Bus und Fähre am frü­hen Mor­gen nach Java. Erstaun­li­cher­weise geht es mei­nem Magen auf dem zehn­stün­di­gen Trip recht gut. Das ist auch gut so, denn noch in der glei­chen Nacht steht der Auf­stieg zum Vul­kan Kawah Ijen auf dem Pro­gramm. Der ist für seine Schwe­fel­vor­kom­men bekannt und einer von zwei Orten auf der Welt, an denen man blaue Flam­men des bren­nen­den Schwe­fels sehen kann. Um denen aber wirk­lich nahe zu kom­men, muss man ins Kra­ter­in­nere. Auf dem stei­len Weg bergab begegne ich immer wie­der Trä­gern, die dut­zende Kilos an Schwe­fel aus dem Kra­ter tra­gen. Nach zwei Stun­den Auf- und Abstieg bin ich als einer der ers­ten Besu­cher um 4.30 Uhr am Ziel.

Ubud - Bali - Indo­ne­sien - 18. Juni 2014

Ich erin­nere mich vage, den Julia-Roberts-Film „Eat, Pray, Love” vor Jah­ren gese­hen zu haben. Die Hand­lung: Eine Schrift­stel­le­rin, die unter ande­rem auf Bali, und dort eben in Ubud, nach dem Sinn des Lebens sucht. Und ich meine mich auch zu erin­nern, dass ich den Film schreck­lich fand. Genau so wie den Stadt­kern von Ubud. Der ist voll­ge­stopft mit Ein­kaufs­lä­den und gepflas­tert mit auf­dring­li­chen und nerv­tö­ten­den Taxi­fah­rern, die einem sekünd­lich Trans­port­mög­lich­kei­ten ver­kau­fen wol­len. Warum sol­len eigent­lich alle Tou­ris­ten stän­dig Taxi fah­ren wol­len? Etwas ange­neh­mer geht es auf den Tem­pel­an­la­gen außer­halb der Stadt zu. Dort sieht man dann auch tat­säch­lich viele Frauen, die - wie es Julia Roberts im Film vor­macht - medi­tie­ren und viel­leicht auch nach dem tie­fe­ren Sinn des Lebens suchen.

Ubud - Bali - Indo­ne­sien - 16. Juni 2014
Der Tag der Bali­ne­sen beginnt mit einer Opfer­gabe. Über­all ent­lang den Stra­ßen sieht man bereits am Mor­gen die aus Palm­blät­tern gefloch­te­nen Körb­chen - gefüllt mit Blü­ten, Blät­tern, Reis oder Obst. Dämo­nen sol­len so besänf­tigt wer­den, den Haus­göt­tern und Geis­tern Gutes getan wer­den. Neun von zehn Bali­ne­sen gehö­ren der Glau­bens­form des Hin­du­is­mus an. Ins­ge­samt gibt es in ganz Indo­ne­sien aber nur rund zwei Pro­zent Hin­dus. Über 85 Pro­zent sind Muslime.

Padang Padang - Bali - Indo­ne­sien - 13. Juni 2014
Mitt­ler­weile hat sich die Zahl der Schürf­wun­den und Cuts auf sie­ben erhöht. Hand, Bein, Fuß, Knie, Ferse und Bauch - alles ist dabei. Nach zehn Minu­ten pad­deln sind diese Weh­weh­chen aber ver­ges­sen - die Rücken- und Schul­ter­schmer­zen sind jetzt näm­lich stär­ker. Tag drei endet mit mehr Stür­zen als Rit­ten. Aber immer­hin weiß ich nun, wie ich rich­tig auf dem Brett liege und mich stil­voll in die Flu­ten stürze. Meer­was­ser schmeckt nach eini­gen Tagen übri­gens auch nicht mehr so schlecht.

Padang Padang - Bali - Indo­ne­sien - 12. Juni 2014
Das sind Anfän­ger­wel­len - sagen uns die Sur­f­leh­rer. Etli­che Male zer­brö­selt es mich gewal­tig, beim Ver­such das theo­re­tisch Gelernte ins Prak­ti­sche umzu­set­zen. Die Was­ser­mas­sen ver­schlin­gen einen mit unfass­ba­rer Kraft. Beein­dru­ckend. Das Pad­deln zurück zum Ein­stieg ist kräf­te­zer­rend. Sel­ten sol­che Schmer­zen in Schul­ter und Ober­ar­men gehabt. Bedau­erns­wert. Doch dann stehe ich die erste Welle von vorne bis hin­ten. Das macht Spaß. Bemerkenswert.

Padang Padang - Bali - Indo­ne­sien - 11. Juni 2014
Sur­fen schmerzt! Im Über­mut pad­deln wir bei Nied­rig­was­ser über das Fel­sen­riff, um die Aktio­nen der Pro­fis von nächs­ter Nähe aus zu betrach­ten. Doch selbst die klei­nen Wel­len ken­nen kein Par­don, tren­nen uns unbarm­her­zig vom Surf­brett und ver­pas­sen uns die ers­ten Wun­den unse­res Sur­fer­le­bens. Schnell zurück an den Strand. Der Son­nen­un­ter­gang tut von dort nur halb so weh.

Padang Padang - Bali - Indo­ne­sien - 10. Juni 2014

Surf­camp im Süden Balis gebucht. Zusam­men mit zwei Freun­den aus Mainz. Drei Tage lang. Das kos­tet ein Hei­den­geld. Aber wie sagt man so schön: Man ist ja im Urlaub! Die Aus­sicht passt schon­mal. Auf einem Brett bin ich noch nie gestan­den. Erst­mal den coo­len Jungs auf der gro­ßen Welle zugucken.

Kuta - Bali - Indo­ne­sien - 8. Juni 2014
Um ehr­lich zu sein: Es macht nicht immer Spaß, in Dorms zu schla­fen. Viele Mehr­bett­zim­mer sind fens­ter­los, haben nied­rige Decken, zu wenig Steck­do­sen und die Bet­ten sind eng gestellt. Von poten­zi­el­len Schnar­chern mal ganz abge­se­hen. Mein aktu­el­les Hos­tel in Kuta auf Bali ist anders: Zwar gibt es gleich 13 Bet­ten in einem Raum, der ist dafür rie­sig, hat hohe Decken, Fens­ter und ist nachts auch ohne Kli­ma­an­lage ange­nehm kühl. Neun Euro pro Nacht sind in der obe­ren Preis­ka­te­go­rie anzu­ord­nen, es lohnt sich aber.

Gran­nys Hos­tel, Jl. Pura Mar­ta­sari 28, Kuta
fernab der Par­ty­meile von Kuta und vom dau­er­haft über­völ­ker­ten Strand­ab­schnitt, 30 bis 40 Minu­ten Fuß­weg zum Strand, ein­mal täg­lich Shuttle-Service hin und zurück, oder Taxi für 30 000 Indo­ne­si­sche Rupiah (ca. 2 Euro).

Gili Air - Lom­bok - Indo­ne­sien - 6. Juni 2014

Schnor­chel­trip auf Gili Air! Für sechs Euro gibt es fünf Stun­den lang die Mög­lich­keit, Schild­krö­ten, Koral­len, Fische und manch ande­res Geschöpf im Was­ser zu bestau­nen. Tat­säch­lich bekomme ich auch alles zu Gesicht. Die Strö­mung ist an die­sem Tag aber der­art hef­tig, dass man nicht allzu lange sein Boot außer Acht las­sen sollte.

Gili Tra­wan­gan - Lom­bok - Indo­ne­sien - 5. Juni 2014
Zwei Schnellboot-Stunden von der Küste Balis ent­fernt lie­gen die Gili-Inseln. Alle drei (Tra­wan­gan, Air und Meno) sind ohne Pro­bleme zu Fuß in einer bis drei Stun­den zu umrun­den. Moto­ri­sier­ten Ver­kehr gibt es nicht. Wich­tigs­tes Fort­be­we­gungs­mit­tel neben dem Fahr­rad sind Pfer­de­kut­schen. Rich­tig glück­lich sehen die Tiere bei der Arbeit nicht aus. Immer wie­der liest man, dass die Pferde nur mit Salz­was­ser getränkt wer­den und viele zu hohe Las­ten bewe­gen müssen.

Mt. Rin­jani - Lom­bok - Indo­ne­sien - 3. Juni 2014

Der drei­stün­dige Auf­stieg zum Gip­fel beginnt harm­los und ich ziehe mir um 3.30 Uhr meine Fleece-Weste aus, weil ich par­tout nicht ins Schwit­zen kom­men will. Eine Stunde spä­ter friere ich trotz Weste erbärm­lich, der Wind pfeift über die Geröll­hänge und Nebel lässt kaum eine Ori­en­tie­rung zu. Aber es gibt nur einen Weg, und der geht am Kra­ter ent­lang nach oben. Längst ist es keine nor­male Berg­wan­de­rung mehr und Spaß macht die letzte Stunde ehr­lich gesagt nicht mehr. Am Gip­fel ange­kom­men sind Nebel und Wol­ken aber ver­zo­gen. Schnell wer­den die obli­ga­to­ri­schen Fotos gemacht, ehe meine klam­men Fin­ger es nicht mehr schaf­fen, den Aus­lö­ser der Kamera zu drü­cken. Aber Hand­schuhe habe ich nun wirk­lich nicht in mei­nen Ruck­sack gepackt.

Mt. Rin­jani - Lom­bok - Indo­ne­sien - 2. Juni 2014

Um der Kälte zu trot­zen, ging es am Vor­abend bereits um 19 Uhr ins Zelt - die Nacht zieht sich extrem und ich bin froh, als es um sechs Uhr mor­gens aus dem Schlaf­sack geht, um den Son­nen­auf­gang zu sehen. Der fällt dann aber prompt der Bewöl­kung zum Opfer. Nach eini­gen Stun­den Sonne und der ers­ten „Dusche” nach 30 Stun­den in einer hei­ßen Quelle schüt­tet es beim Auf­stieg zum zwei­ten Nacht­la­ger schließ­lich in Strö­men. Ges­tern ganz vorne, komme ich heute als Letz­ter der elf­köp­fi­gen Gruppe ins Ziel. Regen macht müde.

Senaru - Lom­bok - Indo­ne­sien - 1. Juni 2014
Die Dreitages-Tour auf den 3726 Meter hohen Vul­kan Rin­jani star­tet in Senaru nach einer Über­nach­tung in einer frag­wür­di­gen Unter­kunft ohne Dusche und Wasch­be­cken. Der erste Trek­king­tag hat es schon in sich: Stun­den­lang geht es über Wur­zel­stu­fen und san­dige Wege durch dich­ten Wald und lichte Steil­hänge. Der Aus­blick am Nach­mit­tag am ers­ten Zelt­platz lohnt sich - denn der Kra­ter­see Segara Anak lässt die Anstren­gun­gen vergessen.

Sin­ga­pur - 29. Mai 2014

Das Marina Bay Sands - ein Resort der Super­la­tive. Das Hotel im Inne­ren des Gebäude hat über 2500 Zim­mer, der meiste Umsatz wird aber mit dem Kasino gemacht. Der ist in einem Jahr grö­ßer als in allen Kasi­nos in Las Vegas zusam­men. Durch das Ein­kaufs­zen­trum im Kom­plex führt zudem eine Was­ser­straße, auf der man sich tat­säch­lich mit dem Boot zum ande­ren Ende fah­ren las­sen kann.

Sin­ga­pur - 28. Mai 2014

Kann man mal machen! Sin­ga­pur bei Nacht. Light­show vor gran­dio­ser Sky­line vor der Marina Bay - dem größ­ten Süß­was­ser­re­ser­voir der Stadt - und dem berühm­ten Marina Bay Sands Hotel.

Melaka - Malay­sia - 26. Mai 2014

Nein, wir sind nicht bei Aber­crom­bie und Fitch. Auch keine Neu­er­öff­nung eines Apple-Ladens. Immer noch Malay­sia. Wie­der Welt­kul­tur­erbe und wie­der eine Stadt, die mit sen­sa­tio­nel­lem Essen geseg­net ist. Die Qua­li­tät in man­chen Restau­rants muss sich in Melaka so her­um­ge­spro­chen haben, dass die Men­schen Schlange ste­hen, um dort einen Platz zu ergat­tern. Freund­li­cher­weise wird am Ein­gang auch dar­auf hin­ge­wie­sen, sich brav am Ende der War­ten­den einzureihen.

George Town - Malay­sia - 23. Mai 2014

George Town’s kul­tu­relle Viel­falt fin­det sich auch beim Essen wie­der. Viele Ein­hei­mi­sche machen hier sogar Urlaub - nur wegen der kuli­na­ri­schen Erleb­nisse. Die Stadt hat den Ruf, die beste Küche Asi­ens zu bie­ten. Große Aus­wahl auf klei­nem Raum gibt es in den „hawker cen­tres”, die an dut­zen­den Stän­den Gerichte aus allen Ecken Asi­ens anbie­ten. Beim Bestel­len am Stand nennt man seine Tisch­num­mer, setzt sich dann wie­der hin und war­tet, bis das Essen ser­viert wird. Ab sechs Uhr sind die „food cen­tres” geöffnet.

George Town - Malay­sia - 21. Mai 2014
Inder, Malaien, Chi­ne­sen und Arme­nier leben hier seit Jahr­hun­der­ten mit­ein­an­der. Die bri­ti­sche Kolo­ni­al­zeit prägt das heu­tige Stadt­bild. Es gibt mus­li­mi­sche, bud­dhis­ti­sche und hin­du­is­ti­sche Tem­pel. Seit 2008 ist George Town Welt­kul­tur­erbe. Und in den Hin­ter­hö­fen und Gas­sen hat sich seit eini­gen Jah­ren die Street-Art-Szene einen Namen gemacht. Auf den ers­ten Blick oft unschein­bar stößt man beim Stadt­bum­mel auf dut­zende Motive an den alten Mauern.

Came­ron High­lands - Malay­sia - 19. Mai 2014
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERAVier­zehn offi­zi­ell auf­ge­führte Trek­kin­g­rou­ten gibt es in den Came­ron High­lands. Trek Num­mer eins führt hin­auf auf den 2000 Meter hohen Gunun Brin­chang. Der Regen von ges­tern erschwert den ein­ein­halb Stun­den lan­gen Auf­stieg merk­lich. Mehr­mals stehe ich knö­chel­tief im Matsch. Kurz vor dem Gip­fel müs­sen meh­rere wur­zelb­e­deckte Steil­pas­sa­gen erklom­men wer­den. Ohne Zuhil­fe­nahme der Hände geht hier nichts mehr. Ich ver­stehe nun auch, warum sich die asia­ti­sche Aus­flugs­gruppe auf dem Gip­fel auf dem geteer­tem Weg hat hoch­brin­gen lassen.

Came­ron High­lands - Malay­sia - 18. Mai 2014
OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERAKeine drei Stun­den vom Regen­wald ent­fernt fühlt sich Asien plötz­lich kom­plett anders an. 1500 Meter über dem Meer stei­gen die Tem­pe­ra­tu­ren in den Came­ron High­lands nie über 30 Grad, nachts kann es auch schon mal auf 12 Grad abküh­len. Außer­dem spielt das Wet­ter kom­plett ver­rückt. Als ich an einer der vie­len Tee­plan­ta­gen ankomme, scheint die Sonne. Zwan­zig Minu­ten spä­ter schüt­tet es gewal­tig. Im strö­men­den Regen mache ich mich auf den Heim­weg durch die rie­si­gen Tee-Terrassen (auch nass abso­lut emp­feh­lens­wert), werde auf hal­bem Weg von einem Malaien auf dem Pick-Up-Truck mit­ge­nom­men (groß­ar­ti­ger Spaß) und gönne mir schließ­lich eine heiße Dusche (krö­nen­der Abschluss) im Hos­tel. Nachts friere ich teil­weise trotz Woll­de­cke in mei­nem Zim­mer. Das hätte ich mir vor Tagen auch nicht träu­men lassen.

Kuala Tahan / Taman Negara - Malay­sia - 16. Mai 2014

Für sechs Ring­git (1,30 Euro), davon sind fünf für das Mit­füh­ren einer Kamera, darf man sich theo­re­tisch bis zu einem Monat im Natio­nal­park auf­hal­ten. Das Foto­schie­ßen lohnt sich auf jeden Fall. Zwar füh­ren die ers­ten Kilo­me­ter rund um den Aus­gangs­ort Kuala Tahan auf brei­ten Holz­ste­gen durch den Regen­wald, ent­fernt man sich aber etwas von den Haupt­wan­der­rou­ten, fin­det man sich schnell zwi­schen Wur­zeln, Schlamm und aller­lei Gestrüpp wie­der. Regel­mä­ßig raschelt es neben dem Pfad und mit etwas Glück kann man auch ohne Guide ein­hei­mi­sche Tiere sehen.

Kuala Tahan / Taman Negara - Malay­sia - 15. Mai 2014
130 Mil­lio­nen Jahre alt und damit eines der ältes­ten Wald­ge­biete der Erde: Der Regen­wald „Taman Negara” hält, was er ver­spricht. Es gibt Bäume, sehr viele Bäume. Und es ist grün, sehr sehr grün. Vom „Tere­sik Hill” gönne ich mir nach einer Stunde Auf­stieg den ers­ten Blick über den Natio­nal­park, der etwa fünf­mal so groß ist wie Ber­lin. Der Abstieg ist steil, leh­mig und extrem rut­schig. Ich bin froh, dass ich zum ers­ten Mal seit zwei Mona­ten keine Flip-Flops trage.

Perhen­tian Islands - Malay­sia - 13. Mai 2014
Der „Long Beach”, mein Stand­ort auf den Perhen­tian Islands, zeich­net sich nicht gerade durch Ein­sam­keit, Sau­ber­keit und Idylle aus. Zusam­men mit einem Ber­li­ner gehe ich daher auf Wan­der­schaft. Über einen gepflas­ter­ten Weg gelan­gen wir auf die andere Seite der Insel, lau­fen und klet­tern die stei­nige Küste wei­ter ent­lang und über­win­den ein Teil­stück sogar schwim­mend. Der Lohn: Fast men­schen­leere Strände, Fische, die einem beim Schnor­cheln anknab­bern und ein Pan­ora­ma­blick am Ende des Tages.

Kuala Lum­pur - Malay­sia - 11. Mai 2014
Fünf­zehn Kilo­me­ter nörd­lich von Kuala Lum­pur lie­gen die „Batu Caves”. Die Kalk­stein­höh­len beher­ber­gen meh­rere Hindu-Tempel und sind ein wich­ti­ger Anlauf­punkt für indi­sches Gläu­bige. 272 Stu­fen füh­ren hin­auf in den Höh­len­kom­plex. Nicht etwa die hohe Luft­feuch­tig­keit oder die Hitze stel­len dabei die größte Gefahr dar. Viel­mehr sind es die unzäh­lige Maka­ken, die den Besu­chern Essen oder per­sön­li­che Dinge klauen. Wenn das nicht reicht, geht es eben ab zur nächs­ten Fast-Food-Tonne.

Kuala Lum­pur - Malay­sia - 10. Mai 2014
Täg­lich zwi­schen 15 und 17 Uhr zie­hen schwarze Wol­ken über der Stadt auf. Inner­halb von Minu­ten frischt der Wind auf und es beginnt zu reg­nen - oft­mals beglei­tet von gewal­ti­gen Blit­zen und Don­ner­schlä­gen. Nun kommt es auf den pas­sen­den Regen­schutz an! Nach etwa 30 Minu­ten ist der Schauer in der Regel vor­bei - und die Men­schen zieht es bei ange­neh­me­ren Tem­pe­ra­tu­ren wie­der hin­aus auf die Straßen.

Kuala Lum­pur - Malay­sia - 9. Mai 2014
Es ist das Foto­mo­tiv schlecht­hin in Kuala Lum­pur: Die Petro­nas Twin Towers. Die zwei Türme sind 452 Meter hoch und über eine Brü­cke mit­ein­an­der ver­bun­den, Besu­cher kön­nen mit dem Lift auf bis zu 360 Meter fah­ren. Wer sich das teure Ticket spa­ren will, lässt sich aber auf jeden Fall in bes­ter Pose mit den Tür­men im Hin­ter­grund foto­gra­fie­ren - oder ver­sucht sein Glück auf eigene Faust.

Yan­gon - Myan­mar - 6. Mai 2014
Wenn nur das Smi­ley auf dem T-Shirt Spaß hat! Zwei Dänin­nen erzäh­len am Vor­tag von einem Schlan­gen­tem­pel nahe Yan­gon. Mit ande­ren Back­pa­ckern aus dem Hos­tel mache ich mich daher heute genau dort­hin. Und tat­säch­lich: 37 Schlan­gen leben in die­sem Tem­pel inmit­ten eines Sees rund 30 Minu­ten von Yan­gon ent­fernt. Sie lie­gen zwi­schen Buddha-Figuren, schlän­geln sich an den Fens­tern ent­lang und hän­gen im Baum, der aus dem Tem­pel ragt. Und ab und an dür­fen sie sich auch um Tou­ris­ten legen.

Yan­gon - Myan­mar - 5. Mai 2014
Jeden Tag sam­meln sich nahe des Flus­ses in Yan­gon die Schreibmaschinen-Schreiber am Stra­ßen­rand. Wie vor vie­len Jahr­zehn­ten erle­di­gen sie ihren Job auch noch heute akku­rat und im Eil­tempo. Bei Tipp­feh­lern wird das Blatt schnell ent­nom­men, die Buch­sta­ben per Hand gelöscht und das Papier wie­der ein­ge­legt. Die Kun­den war­ten der­weil auf Plas­tik­stüh­len nebenan.

Yan­gon - Myan­mar - 4. Mai 2014
Gewusst wie! Läuft man früh mor­gens durch die Hoch­haus­schluch­ten von Yan­gon, ist Sla­lom­lau­fen ange­sagt. Von den ver­schie­dens­ten Eta­gen der Häu­ser hängt meter­lang Schnur oder Draht von den Bal­ko­nen, an denen Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten befes­tigt sind. Die Trep­pen nach unten spa­ren sich die Bewoh­ner damit - sie zie­hen die Lek­türe ein­fach per Las­ten­zug nach oben.

Palaung / bei Hsi­paw - Myan­mar - 29. April 2014
Zwei-Tages-Trek mit Über­nach­tung im 700-Seelen-Dorf Palaung. Hier essen die Ein­woh­ner kein Fleisch, trin­ken kein Alko­hol, waschen am Brun­nen und spre­chen eine andere Spra­che als die Men­schen in der Stadt. Es ist auch die Hei­mat der Shan-Rebellen, die gegen die Regie­rung sind. Nicht sel­ten sieht man Män­ner mit Geweh­ren auf den Mopeds vorbeifahren.

Pyin Oo Lwin / Hsi­paw - Myan­mar - 27. April 2014
Tages­auf­gabe: Sechs Stun­den Zug­fahrt von Pyin Oo Lwin nach Hsi­paw, dem Aus­gangs­ort für viele Trek­king­tou­ren in umlie­gende Dör­fer. Das High­light: Die Über­que­rung eines rie­si­gen Via­dukts. Der Preis: Zwei Euro für die „upper class” - inklu­sive einer Lebens­ver­si­che­rung für umge­rech­net 0,0007 Cent. So etwas bringt einen zum Schmun­zeln. Genauso wie die Zug­fahrt selbst: Wie die­ses fahr­bare Etwas in den Schie­nen bleibt, ist mir ein Rät­sel. Nur soviel: Sowas muss man mal erlebt haben. Videos folgen...

Man­da­lay / Pyin Oo Lwin - Myan­mar - 26. April 2014
Ab zur frü­he­ren eng­li­schen Kolo­ni­al­stadt Pyin Oo Lwin - auf dem Dach eines Pick-Up-Trucks. Je ein Euro zah­len meine zwei deut­schen Mit­strei­ter und ich für die zwei­stün­dige Tour in die Berge. Zusam­men­ge­presst wie die Sar­di­nen sit­zen wir dort und las­sen die Füße gen Abgrund bau­meln. Frauen dür­fen übri­gens nicht aufs Dach und müs­sen (oder dür­fen?) auf schma­len Holz­bän­ken unter uns sit­zen. Nur soviel: Zwei Stun­den auf einem fah­ren­den Dach wer­den nach anfäng­li­cher Eupho­rie lang.

Man­da­lay - Myan­mar - 25. April 2014
Die Bur­me­sen lie­ben Eis. Behaupte ich ein­fach mal. Auf jeden Fall ist die „Nylon Ice Cream Bar” tags­über gut fre­quen­tiert, abends meist prop­pen­voll. Qua­li­ta­tiv kön­nen Eis und Milchs­hakes auch im Deutschland-Vergleich mit­hal­ten. Mehr­mals täg­lich wer­den vor dem Café rie­sige Eis­blö­cke zu „crus­hed ice” ver­ar­bei­tet und mit der Schau­fel in Plas­tik­ton­nen gehieft.

Wo? Gegen­über dem Nylon-Hotel in der 83.Straße/Kreuzung 25/26.Straße, bis 22 Uhr geöffnet

Man­da­lay - Myan­mar - 24. April 2014
Bin mit dem Fahr­rad zum Hafen am Fluss gefah­ren. Der graue Asphalt wech­selte plötz­lich in tie­fen san­di­gen Unter­grund. Die Uhr scheint hier vor Jahr­zehn­ten ste­hen­ge­blie­ben zu sein. Über­all pech­schwarze Olfäs­ser, zer­fetzte Kanis­ter und ver­ros­tete Motor­rä­der. Die Men­schen ver­brin­gen ihren All­tag in ein­fa­chen Bam­bus­hüt­ten am Straßenrand.

Man­da­lay / Ama­ra­pura - Myan­mar - 23. April 2014
Mit einem halb­au­to­ma­ti­schen (Schal­ten ohne zu kup­peln) Rol­ler geht es von Zen­trum Man­da­lays zur elf Kilo­me­ter ent­fern­ten U-Bein-Bridge, der mit 1,2 Kilo­me­tern längs­ten Teakholz-Brücke der Welt. Auf dem Weg win­ken uns immer wie­der Ein­hei­mi­sche von den Pick-Up-Trucks zu. Tou­ris­ten auf ruckeln­den Scoo­tern sind nicht all­täg­lich. Ohne funk­tio­nie­ren­des Rück­licht geht es im Dun­keln zurück nach Man­da­lay. Mit nur einem Licht bin ich aber voll im Schnitt. Viele Ein­hei­mi­sche fah­ren gänz­lich ohne Beleuch­tung durch die Nacht.

Bagan - Myan­mar - 19. April 2014
Nicht jedes Euro­pä­ers Sache! Der Markt in Bagan ist groß, eng und riecht teil­weise streng. Fisch wird am frü­hen Nach­mit­tag in der glei­ßen­den Sonne zer­legt. Nebenan nagen die Hunde an Fleisch­fet­zen auf dem Stein­bo­den. Wie die meis­ten Frauen in Myan­mar hat diese Ver­käu­fe­rin eine gelblich-weiße Paste aus fein gerie­be­ner Baum­rinde (Tha­n­aka) auf das Gesicht auf­ge­tra­gen - als Schutz vor der Sonne und modi­sches Accessoire.

Bagan - Myan­mar - 19. April 2014
War­ten, bis die Sonne auf­geht! Ich bin nicht der Ein­zige, der die Pago­den im Mor­gen­licht sehen will. Offi­zi­el­ler Son­nen­auf­gang: 5:50 Uhr. Bis 6:20 Uhr ist aber rein gar nichts zu sehen. Dann plötz­lich steht die Sonne rot erleuch­tet über der Ebene. Wie einer den Licht­schal­ter ange­macht hat. Für einen „ech­ten” Auf­gang ist es zu die­ser Jah­res­zeit wohl zu stau­big und diesig.

Mount Popa - Myan­mar - 17. April 2014Neu­jahrs­tag in Myan­mar. Wir pres­sen uns mit dem Mini-Van durch die Men­schen­mas­sen, die zu Tau­sen­den in Rich­tung Berg­gip­fel unter­wegs sind. Ihr Ziel: Mount Popa und die „nats”. Die sind in Myan­mar soviel wie Schutz­hei­lige in Form von Geis­tern. Es gibt 37 große „nats” und viele wei­tere klei­nere. Die meis­ten sind der Legende nach als mensch­li­ches Wesen gewalt­sam zu Tode gekom­men. Es gibt gute, böse, hilf­rei­che, aber auch unsitt­li­che „nats”. Ach­tet und ver­ehrt man sie nicht, so glau­ben viele Bur­me­sen, kön­nen sie nega­tiv ins eigene Leben eingreifen.

Inle-See (Nyaung Shwe) - Myan­mar - 16. April 2014
Hier lässt es sich als Katze leben! Der Tages­aus­flug auf dem Inle-See hat es aber auch für den Men­schen in sich: Dröh­nende Außenbord-Motoren der Holz­boote, Pfahl­bau­ten und Stege, wohin das Auge reicht und regel­mä­ßige Zwi­schen­stopps an den Inseln im See. Tipp: Nicht nur die Tou­ris­ten­route im Nor­den abfah­ren, son­dern auch den Süden des Sees ansteuern.

Flug von Keng­tung nach Heho - Myan­mar - 14. April 2014
Nach dem Kalt­start in Myan­mar geht es nun zum Inle-See. Per Flug­zeug für 130 Dol­lar. Ich fliege mit Yand­a­na­pon Air­lines, die es erst seit weni­gen Mona­ten gibt. Der Ser­vice und die Ver­pfle­gung ist rich­tig gut und der Aus­blick ein­fach Wahn­sinn. Noch nie habe ich sol­che Wol­ken über den Wol­ken gesehen.

Tachi­lek - Myan­mar - 12. April 2014
Auf dem Weg nach Keng­tung. Sechs Stun­den Bus­fahrt ohne Kli­ma­an­lage, dafür aber mit offe­ner Türe und einem Bus­fah­rer, der bar­fuss Gas gibt und sich laut­stark über zwan­zig Sitz­rei­hen mit Ein­hei­mi­schen unterhält.

Chiang Mai - Thai­land - 9. April 2014
Phra-That-Tempel auf Chiang Mais Haus­berg Toi Suthep. Wer sein Geld nicht schon vor­her ent­lang der unzäh­li­gen Spen­den­bo­xen geop­fert hat, kann hier zumin­dest ent­schei­den, für wen genau er seine Baht-Scheine los­wer­den will.

Sop­pong - Thai­land - 3. April 2014
In einer der größ­ten bekann­ten Höh­len in Thai­land - der Tham Lot. Mit Flö­ßen geht es in das Innere, über steile Holz­trep­pen dann bis fast an die Höh­len­de­cke. Zehn­tau­sende Fle­der­mäuse sind hier Zuhause.

Chiang Mai - Thai­land - 27. März 2014
14 Stun­den unter­wegs von Bang­kok nach Chiang Mai mit dem Nacht­zug. Fri­sche Bri­sche bei offe­nem Fens­ter um Mit­ter­nacht - ein­fach groß­ar­tig. Passé sogar mit mei­nen 1,95 Metern im dia­go­na­len Lie­ge­stil in mein Bett. Habe schon schlech­ter geschla­fen. Die letz­ten vier Stun­den im Zug bei jetzt tro­cke­ner und hei­ßer Luft wol­len nicht vergehen.

Bang­kok - Thai­land - 25. März 2014
Fahre mit den Fäh­ren (für nur je 15 Baht eine groß­ar­tige Erfri­schung und ein super­prak­ti­sches von A-nach-B-Transportmittel in Bang­kok) ins foren­si­sche Museum auf der ande­ren Ufer­seite. Dort gibt’s neben durch­schos­se­nen Schä­deln auch erkrankte oder durch Unfälle schwer gezeich­nete mensch­li­che Organe zu sehen - ziem­lich abge­fah­rene Sache.

Koh Chang - Thai­land - 23. März 2014
Auf dem Gip­fel des Jom Moun­tain nach stun­den­lan­ger Trek­king­tour durch den Dschun­gel. Ok, das Grin­sen ist etwas gequält, bei den Tem­pe­ra­tu­ren aber auch kein Wunder.

Koh Chang - Thai­land - 19. März 2014
Rol­ler­fahrt ans andere Ende der Insel zum „Long Beach”. Außer mir nur eine Gruppe eng­li­scher Tou­ris­ten, die nach zwei Stun­den mit dem Pick-Up wie­der weg­ge­karrt wer­den. Holz­steg, Strand­hütte, kleine Inseln im Blick - alles für mich alleine.

Koh Chang - Thai­land - 18. März 2014
Zwei­ter Tag auf der zweit­größ­ten Insel Thai­lands. Der hei­mi­sche „Lonely Beach” wird getes­tet und für gut befun­den. Zumin­dest für die ers­ten 15 Minu­ten. Dann stelle ich fest, dass ich essen­ti­elle Dinge wie Bade­hose und Son­nen­brille ver­ges­sen habe - und flüchte vor der Hitze zurück ins schat­tige Guesthouse.

Bang­kok - Thai­land - 16. März 2014 Nach­dem wir uns durch Chi­na­town (extrem viele Men­schen) geschlän­gelt und die Pro­test­camps im Lumphini-Park (sehr viele Men­schen) durch­streift haben, geht es mit dem Sky­train (viele Men­schen) und dem Taxi (vier Men­schen) zurück in Bang­koks Stadt­teil Bang­lam­phu. Mensch und Tier zei­gen sich dabei fried­lich vereint.