Neuseeland
November 11, 2014

Stei­ler Start auf der Nord­in­sel #NZL (7)

Ich finde ein­fach kei­nen Fri­seur. Das ist Tat­sa­che. Viel­leicht mag das auch daran lie­gen, dass ich nicht nach einem suche. Das ist auch die Wahr­heit. Mor­gens sehe ich dem­ent­spre­chend aus. Am Berg schaut aber sowieso kei­ner aufs Äußere, da zählt nur der innere Schwei­ne­hund. Der ist auch nötig, wenn man den 2518 Meter hohen Mount Tara­naki, ein per­fekt geform­ter Vul­kan bei New Ply­mouth, hoch­kra­xeln will. Erin­ne­run­gen an den Rin­jani in Indo­ne­sien kom­men im Geröll­hang auf. 60 Men­schen haben bis heute ihr Leben am Tara­naki gelas­sen. Oft wird er unter­schätzt, weil er ach so roman­tisch von unten aus­sieht. Je näher der Gip­fel kommt, desto gefähr­li­cher wird es. Inner­halb von Minu­ten kann das Wet­ter wech­seln. Wer dann abrutscht, über­lebt den Gleit­sturz über die Schnee­fel­der mit Glück. Oder er endet im „Body Cat­cher”, dem Lei­chen­fän­ger. Der Berg wird von den Maori noch heute ver­ehrt. Der Gip­fel ist hei­lig und der aller­höchste Punkt soll nicht betre­ten wer­den.
Soweit komme ich ohne­hin nicht. Viel­leicht 300 oder 400 Höhen­me­ter vor­her muss ich auf­ge­ben. Zu gefähr­lich wäre es, ohne Steig­ei­sen wei­ter­zu­ge­hen. Ein gewal­ti­ger Sturm hat es vor weni­gen Tagen bis ins Flach­land schneien las­sen. Darum geht es nach drei Stun­den Auf­stieg wie­der abwärts, Knie­schmer­zen inklu­sive. Erho­lung folgt am nächs­ten Tag. Ent­lang den schrof­fen und stei­len Küs­ten­ab­schnit­ten um New Ply­mouth. Es ist der letzte gute Tag, ehe die nächste Schlecht­wet­ter­front anrauscht.

Ach ja: Der schwarze Punkt im Objek­tiv beglei­tet mich lei­der seit weni­gen Tagen hart­nä­ckig. Keine Ahnung, wie er rein­ge­kom­men ist, raus will er auf jeden Fall nicht mehr. Mitt­ler­weile sind es bereits drei schwarze Fle­cken. Ich bitte, die Bild­stö­run­gen zu ent­schul­di­gen, bis ich mich viel­leicht dazu ent­schlies­sen kann, eine neue Kamera zu kaufen.





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