Myanmar
Mai 1, 2014

Thingyan-Festival: Drei Tage nass

Einen Tag vor Beginn des Wasser-Festivals in Thai­land (Son­krang) ver­lasse ich Chiang Mai, da mein Visum am nächs­ten Tag abläuft. Meine ent­zü­ckende Hotel­mama „Irene” gibt mir noch vor der Abreise mit auf den Weg, dass in Myan­mar das Ganze „not so big” gefei­ert wird. Sie sollte nicht Recht behalten.

Statt „Son­krang” wird in Myan­mar „Thin­gyan” gefei­ert. Im Volks­mund und zum bes­se­ren tou­ris­ti­schen Ver­ständ­nis wird über­wie­gend nur von „water fes­ti­val” gere­det. Je nach Lust und Laune der Bevöl­ke­rung dau­ert das Fest vier bis sechs Tage. Der öffent­li­che Ver­kehr ist aber bis zu zehn Tage nahezu kom­plett lahm­ge­legt. Vor allem Buse fah­ren nicht. Es sind die größ­ten Ferien des Jah­res in Myanmar.

Die Ein­hei­mi­schen glau­ben daran, dass das Was­ser die ange­häuf­ten Sün­den und das Pech des Jah­res weg­spült. Denn mit dem letz­ten Tag der Feier wird offi­zi­ell auch das neue Jahr in Myan­mar begrüßt. Ich bin wäh­rend des Fes­ti­vals in Nyaung Shwe am Inle-See.
Sym­bo­li­sierte frü­her das sanfte Berüh­ren der Schul­ter mit einem nas­sen Schwamm die Rein­wa­schung, ist das Fest mitt­ler­weile eine lan­des­weite Was­ser­schlacht. Schwämme sieht man nur noch bei offi­zi­el­len Anläs­sen in den gro­ßen Städ­ten. Feu­er­wehr­schläu­che, Eimer und Spritz­pis­to­len haben die Herr­schaft übernommen.

Pick-Up-Trucks und LKW wer­den zu mobi­len Wasserschlacht-Untersätzen umge­baut, um die Menge am Stra­ßen­rand bes­ser zu treffen.

Wenn das nicht reicht, muss ein vier­räd­ri­ges Etwas her­hal­ten, was beim deut­sche TÜV nur schlechte Zulas­sungs­chan­cen hätte.

Unter­malt wird das Par­ty­ge­sche­hen von Son­nen­auf­gang bis Son­nen­un­ter­gang von Musik, die viel Bass hat, extrem laut und aus dem Wes­ten impor­tiert ist.

Wer zu Fuß, mit dem Fahr­rad oder dem Rol­ler unter­wegs ist, sollte sei­nen Ruck­sack und das Handy lie­ber zuhause las­sen. Über­all wer­den aber auch was­ser­dichte Umhän­ge­ta­schen verkauft.

Bier und Schnaps flie­ßen in rauen Men­gen. Und so man­cher Bur­mese fin­det sich wort­wört­lich schnel­ler auf dem Boden der Tat­sa­chen wie­der als ihm lieb ist. Zum Mit­ma­chen wird man förm­lich gedrängt. Bier aus Plas­tik­ei­mern gibt es für Tou­ris reich­lich, getanzt wird an allen Ecken - und wenn auch die Ver­stän­di­gung zu Wün­schen übrig lässt: Spaß haben beim Was­ser­fes­ti­val eigent­lich alle. Auch ich.

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