Warum ?

GipfelsturmEin kla­res Nein!

Nein, mich hat nicht schon immer die Rei­se­lust gepackt. Nein, ich wollte nicht schon von klein auf die Welt erkun­den. Im Aus­land stu­die­ren. Fremde Kul­tu­ren ken­nen ler­nen. Durch Neu­see­land fah­ren. Mit dem Rol­ler durch die Hitze Asi­ens hei­zen. Drei Stun­den für zwei Kilo­me­ter Weg brau­chen. Mich so gar nicht wohl füh­len. Oder dem Win­ter in Deutsch­land entfliehen.

Theo­rie berei­tet
kei­nes­wegs auf die Pra­xis vor.”

Lukas Maisel


Ich bin dann doch los. Und wenn mich heute jemand fragt, warum ich das gemacht habe, komme ich ziem­lich schnell in Erklä­rungs­not. Denn so rich­tig kann ich es auch nicht erklä­ren. Bis heute nicht. Zumin­dest nicht so richtig.

Theo­re­tisch war ich im Rei­sen immer schon ganz gut. Für Doku­men­ta­tio­nen im Fern­se­hen oder auf YouTube muss man nicht vor die Haus­türe. Der Rei­se­teil der Zei­tung war aber mei­ner. Den Geschich­ten von Freun­den und Bekann­ten habe ich vol­ler Respekt und Aner­ken­nung zuge­hört. Aber selbst hätte ich nicht im Ent­fern­tes­ten daran gedacht, für län­ger Deutsch­land zu ver­las­sen. Dabei kenne ich noch nicht mal die­ses Land wirk­lich. Aber das ist eine andere Geschichte.

Da stu­diere ich also Sozio­lo­gie. Kann mich im Nach­hin­ein nicht ganz davon frei­ma­chen, das Fach gewählt zu haben, weil mir nichts bes­se­res ein­fiel. Hart­nä­ckig hält sich der Mythos, dass viele Sozio­lo­gen als Taxi­fah­rer enden. Soviel dazu. Drei Jahre in Hei­del­berg rei­chen. Dann lande ich in Mainz. Werde offi­zi­ell Journalismus-Student. Mir fal­len die Worte manch einer Jour­na­lis­mus­größe ein: Stu­diere auf kei­nen Fall die Dis­zi­plin, die nach ihrem Beruf benannt ist - son­dern ein Fach von Belang. Doch die zwei Jahre machen Spaß und ich lerne das, was mir wahr­schein­lich bereits nach dem Abitur nicht gescha­det hätte - als ich für die lokale Tages­zei­tung über Wich­ti­ges und Belang­lo­ses schrieb. Nach abge­lehn­ten Volon­ta­ri­ats­be­wer­bun­gen will es der Zufall schließ­lich, dass ich bei einer gro­ßen Sen­de­an­stalt auf dem Main­zer Ler­chen­berg lande und ich mich über die­sen Job nun wirk­lich nicht bekla­gen kann.

Zu die­sem Zeit­punkt ist das Flug­ti­cket noch nicht gebucht. Doch in den ver­gan­ge­nen Mona­ten hatte ich mich inner­lich bereits ent­schie­den, bald den Buchen-Button zu kli­cken. Genug Zeit hatte ich gehabt, in Rei­se­fo­ren zu stö­bern, Blogs zu ver­schlin­gen und letzte Beden­ken aus­zu­räu­men. Ein - diplo­ma­tisch aus­ge­drückt - ver­un­glück­ter Ein­griff am Knie, ver­schaffte mir näm­lich über Wochen die Freude, mein Zim­mer nur für die Phy­sio­the­ra­pie zu verlassen.

War das also das letzte Ereig­nis, das mich dazu ver­an­lasste, auch mal über den Tel­ler­rand zu bli­cken? Die Kom­fort­zone zu ver­las­sen? So ein­falls­los es klingt, aber wenn, dann würde ich diese Geschichte auf die Frage nach dem „Warum bist du doch los?” erzählen.

Nach den ers­ten Mona­ten kann ich sicher sagen: Es war rich­tig, los­zu­ge­hen. Doch die Theo­rie berei­tet einen wirk­lich kei­nes­wegs auf die Pra­xis vor. Doch das ist ja genau das, was das Rei­sen aus­macht. Sonst müsste man ja nicht mehr vor die Haus­türe gehen.

Rei­sen ohne Gewähr: Bevor alles los ging

Was gesagt wer­den musste: Höhe­punkt Neuseeland



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