Laos
Januar 4, 2015

Wie sieht ein Bun­ga­low für 5 Euro in Laos aus?


Der Dezem­ber in Laos ist kalt. Alles rela­tiv, klar. Aber auch die Lao­ten müs­sen durch den Win­ter, selbst wenn der keine Minus­tem­pe­ra­tu­ren und Schnee bereit­hält. Sobald die Sonne hin­ter den rie­si­gen Karst­fel­sen im klei­nen Dörf­chen Nong Khiaw aber unter­geht, sin­ken die Grade schnel­ler, als einem lieb ist. Mit T-Shirt, kur­zer Hose und Flip-Flops ist man dann ein­deu­tig Außen­sei­ter. Umso gemüt­li­cher lässt sich der Tag gestal­ten. Die Land­schaft ist spek­ta­ku­lär und das Essen etwas über dem lao­ti­schen Stan­dard.


In einem der vie­len Bun­ga­lows am Fluß ist die dicke Woll­de­cke bei Dun­kel­heit die ein­zige Ret­tung. Über­all in Nong Khiaw sind kleine Holz­hüt­ten mit Blick aufs Was­ser ab fünf Euro (50 000 Kip) pro Nacht zu haben. Auch wenn die Aus­stat­tung sehr ein­fach ist, gibt es für wenig Geld eine ordent­li­che Bleibe. So bin ich auch einen Tag län­ger als geplant im Bam­boo Para­dise Guest House geblie­ben.

Es gibt sogar noch Zim­mer für einen Euro weni­ger in Nong Khiaw, die haben aber kei­nen freien Blick auf den Fluß. Und ein biss­chen nett will man es ja schließ­lich schon haben?
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Schuhe aus heißt es wie in fast allen Unter­künf­ten in Laos, was ehr­lich gesagt im Dezem­ber abends recht kalts­oh­lig wer­den kann. Über genü­gend Platz kann man sich aber in den eige­nen vier Rattan-Wänden nicht beschwe­ren. Bett groß, Raum groß, eige­ner Bal­kon. Höchst­punkt­zahl.


Die Hän­ge­matte sieht nicht wirk­lich sta­bil aus, ist aber über­ra­schend bequem und die bes­sere Alter­na­tive zu den zwei Plas­tik­stüh­len.


Da mitt­ler­weile sogar der Rund-um-die-Uhr-Strom im Dorf ange­kom­men ist, lässt es sich warm duschen. Der Was­ser­druck einer Gieß­kanne ist zwar höher, aber dafür hat sogar die Toi­lette eine Spü­lung. Nicht ver­ges­sen: Strom für das heiße Was­ser nach der Grund­rei­ni­gung wie­der abstel­len. Übri­gens: Es gibt sogar Wifi-Empfang. Nicht geeig­net für Youtube-Videos, aber zum Mails schi­cken alle­mal.



Eine Meis­ter­leis­tung stellt die Ver­ka­be­lung für Licht und Steck­do­sen dar. Anschei­nend ist auch in Laos noch kein Elek­tro­meis­ter vom Him­mel gefal­len, dem­ent­spre­chend ama­teur­haft sieht das Ergeb­nis auch aus. Aber im End­ef­fekt zählt eben nur das Ergeb­nis: Das passt! Die Leuchte macht Licht (gleich­zei­tig im Bun­ga­low und auf dem Bal­kon, warum zwei Lich­ter anbrin­gen, wenn es auch ein Loch in der Wand tut?) und die Steck­do­sen sind mit etwas Kle­be­band schließ­lich auch eine akzep­ta­ble Ener­gie­quelle.


Was nicht ganz unwich­tig ist: Alle Türen und Fens­ter sind ein­bruch­si­cher zu ver­schlie­ßen und nur die kalte Nacht­luft ver­schafft sich Zutritt in das 5-Euro-Bungalow. Denn dicke Wände und Hei­zung sind dann doch nicht im Paket ent­hal­ten.

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